EinfŸhrung in den Islam

von

Zahid Aziz

EinfŸhrung in den Islam

†ber 100 grundsŠtzliche Fragen, beantwortet fŸr AnfŠnger und junge Leser

von

Zahid Aziz, M.Sc., Ph.D.

Ahmadiyya Anjuman IshaÔat Islam Lahore U.S.A. Inc.

www.muslim.org

1993

© Copyright

Ahmadiyya Anjuman IshaÔat Islam, Lahore, USA

Erste Ausgabe — 1993

E-Book Edition — 2011

ISBN # 978-1-934271-20-9

AHMADIYYA ANJUMAN ISHAÔAT ISLAM, LAHORE, U.S.A.

P.O. Box 3370

Dublin, Ohio, 43016  USA

www.muslim.org

E-Mail: [email protected]

Telefon: 614-873-1030

Fax: 614-873-1022

Typographie: Megg Enterprises, Campbell River, BC, Canada.

 

Ahmadiyya Anjuman IshaÔat Islam Lahore Inc. (U.S.A.)

P.O. Box 3370, Dublin, Ohio, 43016 U.S.A.

Die Ahmadiyya Anjuman IshaÔat Islam (Ahmadiyya Gesellschaft zur Verbreitung des Islam), ansŠssig in Lahore, Pakistan, ist eine internationale muslimische Organisation, die sich der PrŠsentation des Islams durch literarische und missionarische Arbeit verschrieben hat. Seit ihrer GrŸndung im Jahr 1914 hat sie eine Reihe  anerkannter Standardwerke zu allen Aspekten des Islam herausgebracht und muslimische Missionen in vielen Teilen der Welt betrieben, darunter die ersten islamischen Zentren Ÿberhaupt in England (in Woking) und Deutschland (in Berlin). Die von der Anjuman herausgebrachte Literatur, die vorwiegend von Maulana Muhammad Ali geschrieben wurde, stellt eine Forschungsarbeit hšchster QualitŠt dar, die sich allein auf die Original-Quellen des Islam berufen. Sie hat viele falschen Meinungen Ÿber die islamische Religion richtiggestellt und hat weltweite Anerkennung fŸr ihre AuthentizitŠt, Gelehrtheit und dem Dienst am Glauben erhalten.

In WeiterfŸhrung der Mission von Hadrat Mirza Ghulam Ahmad, dem Mujaddid der Hijra aus dem 14. Jahrhundert, mšchte die Ahmadiyya Anjuman den ursprŸnglich liberalen, toleranten und rationalen Geist des Islam wiederbeleben. Sie stellt den Islam als eine gro§e spirituelle Kraft dar, die die moralische Reform der Menschheit bewirkt hat, und zeigt, dass diese Religion niemals Zwang, also den Einsatz physischer Gewalt oder das Streben nach politischer Macht zu ihrer UnterstŸtzung befŸrwortet hat.

Informationen, BŸcher und kostenlose Literatur Ÿber den Islam kšnnen Sie erhalten, indem Sie sich an die folgende Anschrift wenden:  Ahmadiyya Anjuman IshaÔat Islam Lahore (oder A.A.I.I.L.), Postfach 3370 Dublin, Ohio 43016, U.S.A. email: [email protected] Telefon: +1-614-873-1030 Fax: +1-614-873-1022.


Vorwort des Herausgebers zum E-Book

 

ÒUnd wenn die BŸcher verbreitet sind Ó (81:10)

Wir freuen uns sehr, Zahid AzizÕs EinfŸhrung in den Islam in diesem e-Book Format zu prŠsentieren.  Mit der steigenden PopularitŠt von elektronischen LesegerŠten (so genannten âe-ReadernÔ) sind e-Books nach dem, was viele sagen, ein bevorzugtes Mittel zum Lesen von Literatur geworden. Um die weltweit anerkannten literarischen SchŠtze, die von Maulana Muhammad Ali und anderen Autoren der Lahore Ahmadiyya verfasst wurden, auch weiterhin der allgemeinen …ffentlichkeit zugŠnglich zu machen, haben wir es unternommen, e-Books unserer Standardwerke zu generieren.   

Dieses e-Book der EinfŸhrung in den Islam von Zahid Aziz ist das Ergebnis dieser neuen Unternehmung. ZusŠtzliche Titel, die in das e-Book-Format konvertiert wurden, sind unter anderem die englische †bersetzung und Kommentar des Heiligen Koran, Die Lehren des Islam, Mohammed der Prophet, Die Geschichte der Propheten, das Handbuch der Hadithen, Das frŸhe Kalifat, die Lebenden Gedanken des Propheten Mohammed und andere.

Samina Malik,

Vice-President und Director fŸr †bersetzung und Veršffentlichung,

Lahore Ahmadiyya Islamic Society USA

Juni 2012, Dublin, Ohio

Vorwort

Es gab eine gro§e Nachfrage nach einem Buch, mit dem jŸngeren Menschen die Lehren des Islam in relativ einfacher Sprache nŠhergebracht wird. Die  Ahmadiyya Anjuman IshaÔat Islam Lahore hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Reihe hervorragender Werke herausgebracht, die sich mit allen Aspekten des Islam befassen, und besonders das Ziel haben, allgemeine MissverstŠndnisse Ÿber den Islam zu korrigieren und die Zweifel und Fragen zu klŠren, die in der modernen Denkweise bezŸglich dieses Glaubens aufkommen. Diese Literatur wird weithin geschŠtzt und anerkannt, da sie die BedŸrfnisse der Gegenwart erfŸllt, sowohl bei der Unterweisung von Moslems als auch bei der PrŠsentation des Islams gegenŸber der Welt im Allgemeinen. Man hat seit einiger Zeit das GefŸhl gehabt, dass das wunderbare, in diesen umfassenden Werken enthaltene Wissen jŸngeren Menschen einfacher zugŠnglich gemacht werden sollte, indem man es auf einer einfŸhrenden Ebene in einfacherer Sprache prŠsentiert. Dieses kleine Buch wurde erstellt, um diese Anforderungen zu erfŸllen.

Alle grundsŠtzlichen Doktrinen und Praktiken des Islams werden abgedeckt, ergŠnzt durch die Informationen Ÿber den Heiligen Koran, die Hadithen und die moralischen Lehren des Islam.  Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Das angewendete Frage-Antwort Format wird das BŸchlein, so die Hoffnung, interessanter machen als es der Fall mit einem beschreibenden Ansatz wŠre.  Ich habe versucht, die Sprache und die Wortwahl einfach zu halten, inwieweit dieses Ziel jedoch erreicht wurde, kann nur von den jungen Lesern entschieden werden. Ebenso habe ich das BŸchlein auf grš§tmšgliche Klarheit und Lesebequemlichkeit hin gesetzt und gestaltet.

Es gibt im ganzen Buch reichlich direkte Zitate aus dem Heiligen Koran mit vollstŠndigen Verweisen. An einigen Stellen werden die Lehren des Islams in allgemeinen Worten ohne direkte Zitate oder spezifische Verweise herausgearbeitet, da sie in diesen FŠllen in einem EinfŸhrungsbŸchlein dieser Art nicht als notwendig erachtet wurden. Um einen Punkt nachzulesen oder eine vollstŠndigere ErklŠrung  zu erhalten, verweisen wir auf die Schriften von Maulana Muhammad Ali, die in diesem Buch aufgelistet sind. In jedem Fall wird erwartet, dass junge Leser im Rahmen der Erweiterung ihres Wissens zu diesen StandardbŸchern greifen.

Da diese Schrift ein erster Versuch dieser Art ist, gibt es wahrscheinlich noch vieles zu verbessern. Die Herausgeber wŠren dankbar fŸr alle Kommentare und VorschlŠge zur †berarbeitung dieses kleinen Buchs.

Zahid Aziz, Nottingham, England, August 1993

1. Einleitung

ÒGewiss ist der Islam die (wahre) Religion bei Allah.Ó (3:19)

1. Was ist der Name unserer Religion?

Der Name unserer Religion ist ISLAM. Dieses Wort wird wie folgt ausgesprochen:

IS — wie im Wort ist.

LAM — LA mit langem A wie im Wort  La-ma.

Ein AnhŠnger des Islams wird MOSLEM oder auch Muslim genannt.

2. Was bedeuten diese Worte?

Das Wort Islam bedeutet Ôin Frieden eingehenÕ und auch ÔUnterwerfung unter GottÕ. Moslem, bedeutet daher jemand, der Frieden gemacht hat, sowohl mit Gott als auch mit den Menschen, und zwar durch Unterwerfung unter Gott.

3. Wer gab dieser Religion diese Namen?

Diese Namen sind im Heiligen Koran, dem heiligen Buch der Moslems, zu finden. So sagt Gott zum Beispiel:

ÒIch habe É den Islam fŸr euch als Religion erwŠhlt.Ó (Kapitel 5, Vers 3, oder kurz gefasst 5:3.)

Und

ÒEr (Gott) hat euch frŸher und hierin Muslime genannt.Ó (22:78)

4. Was ist die grundsŠtzliche Lehre des Islam?

Die Lehre ist, Frieden mit Gott zu schlie§en, was bedeutet, sich Gott všllig zu unterwerfen und Ihm zu gehorchen. Und sie ist auch, Frieden mit den Menschen zu schlie§en, indem man den Menschen ums uns herum Gutes tut. Diese grundsŠtzliche Lehre wird im Koran wie folgt zusammengefasst:

ÒWer sich ganz in Allah ergibt und anderen Gutes tut, der erhŠlt seine Belohnung von seinem Herrn.Ó (2:112)

(Es ist zu beachten, dass das Wort ãerÒ an solchen Stellen im Koran nicht nur einen Mann, sondern generell einen Menschen, egal ob Mann oder Frau, bezeichnet.)

5. Wie kam der Islam in die Welt?

Die Religion des Islams in ihrer heutigen Form kam zu uns durch die Lehren des Heiligen Propheten Mohammed, der vor ungefŠhr 1400 Jahren (geboren 571 u.Z., gestorben 632 u.Z.) in Arabien gelebt und gepredigt hat. Dennoch hat der Heilige Prophet gelehrt, dass er keine všllig neue Religion in die Welt bringen wŸrde, weil die Grundprinzipien des Islams bereits vor ihm von den gro§en GrŸndern der verschiedenen Religionen gepredigt worden waren. Der Islam begann daher nicht erst mit dem Heiligen Propheten Mohammed, sondern war auch die Religion von Abraham, Moses, Jesus, Krishna, Buddha und jedem anderen Propheten von Gott.

6. Warum ist diese Religion nicht nach Mohammed, dem Heiligen Propheten, benannt?

Weil der Heilige Prophet Mohammed genau genommen nicht der GrŸnder des Islams, sondern selbst ein Moslem – ein AnhŠnger des Islams war. Auch Propheten vor ihm werden im Heiligen Koran schon Moslems genannt. Unsere Religion   wurde nicht nach dem Heiligen Propheten Mohammed benannt, um zu betonen, dass sie dieselben Grundprinzipien lehrt, die ursprŸnglich von all den Propheten gelehrt wurden, die vor ihm in den verschiedenen Teilen der Welt erschienen waren.

7. Gibt es besondere GrŸnde dafŸr, dass unsere Religion Islam hei§t?

Ja. Und zwar, weil sie uns lehrt, dass, so wie das Universum um uns herum sich den Gesetzen unterwirft, die Gott dafŸr aufgestellt hat, sich der Mensch auch der FŸhrung des AllmŠchtigen, die durch seinen Propheten enthŸllt wurde, anvertrauen. Sie lehrt, dass der Islam oder die ÒUnterwerfung unter GottÓ ein Kennzeichen der physischen Welt und der menschlichen Natur ist. Jedes menschliche Kind ist bei seiner Geburt ein ÔMoslemÕ in dem Sinn, dass es (er oder sie) sich gemŠ§ der menschlichen Natur verhŠlt.

8. Wenn frŸhere Propheten schon denselben grundsŠtzlichen ÔIslamÕ gelehrt haben, was war dann Neues an den Lehren des Heiligen Propheten Mohammed?

Die Originallehren, die den verschiedenen Nationen der Welt von den erschienenen Propheten gegeben worden waren, waren nach und nach verloren gegangen, geŠndert oder verschleiert worden. Dann sandte Gott den Heiligen Propheten Mohammed, um:

i. — jene Originalprinzipien wiederherzustellen,

ii. — andere Wahrheiten zu predigen, die zuvor noch nicht gepredigt worden waren, die jedoch notwendig waren, da die Menschheit sich weiterentwickelt hatte,

iii. — das Beste aus jeder Religion in einem Glauben zu versammeln.

Also erschien der Heilige Prophet Mohammed als der Letzte Prophet, um der Welt eine einzige, perfekte und immerwŠhrende Religion zu geben – den Islam.

9. Was muss man tun um Moslem zu werden?

Eine Person wird Moslem, indem sie šffentlich einen Eid abgibt, der als Kalima Shahada bekannt ist. Er geht so:

Ash-hadu an la ilaha ill-Allah

(Ich gebe Zeugnis ab, dass es keinen Gott au§er Allah gibt)

Wa ash-hadu anna Muhammad-an rasul-Ullah

(und ich gebe Zeugnis ab, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist).

Der Kalima umfasst die beiden grundlegenden Dinge, die ein Moslem glauben muss: dass es nur einen einzigen Gott gibt – Allah, und dass der Heilige Prophet Mohammed der Gesandte Gottes fŸr die Menschheit ist.

2. GrundsŠtzliche GlaubenssŠtze und Praktiken

ÒEs ist nicht Rechtschaffenheit, dass ihr eure Gesichter gen Osten und gen Westen richtet, doch rechtschaffen ist derjenige, der an Allah glaubt und an den JŸngsten Tag und an die Engel und an das Buch und die Propheten, und der Reichtum aus Liebe zu Ihm an seine nŠchsten Verwandten gibt und an die Waisen und an die Notleidenden und an den Wanderer und an diejenigen, die darum bitten, und der Sklaven befreit, und der bestŠndig ist im Gebet und die Armensteuer bezahlt; und die ihr Versprechen halten, wenn sie ein Versprechen geben, und die Duldsamen in der Not und Heimsuchung und in Zeiten des Konflikts. Diese sind es, die wahrhaftig sind; und diese sind es, die ihre Pflicht erfŸllen.Ó (2:177)

10. Gibt es eine Liste grundsŠtzlicher muslimischer GlaubenssŠtze?

Ja. Der Kalima selbst ist bekannt als der âkurze Ausdruck des GlaubensÔ. Er fasst die grundsŠtzlichen muslimischen GlaubenssŠtze zusammen, fŸnf an der Zahl. Diese sind: Glaube an

1. Gott, der die perfektesten und exzellentesten Eigenschaften besitzt.

2. Engel, die auf das Herz jedes Menschen wirken und ihn veranlassen Gutes zu tun.

3. Propheten und Gesandte von Gott, die zu allen Nationen der Welt entsandt wurden und sie durch ihr hochmoralisches Vorbild Tugend lehrten.

4. Die BŸcher Gottes, die allen Nationen durch ihre jeweiligen Propheten enthŸllt wurden, und die FŸhrung dazu enthalten, wie der Mensch leben und sich verhalten sollte.

5. Das Leben nach dem Tod, wenn jeder Mensch sich all seiner Taten, gut und schlecht, die er in seinem Leben getan hat, bewusst wird und mit den Konsequenzen konfrontiert wird.

11. Was ist der wichtigste Punkt, den der Islam zum Glauben lehrt?

Er ist, dass Glaube nicht nur bedeutet, im Herzen an etwas zu glauben, sondern auch, nach diesem Glauben zu handeln. Blo§er Glaube allein zŠhlt nichts, wenn er nicht in der Praxis angewandt wird. Der Zweck des Glaubens ist, uns zu zeigen, was in der Praxis zu tun ist. Kein ÔGlaubeÕ kann allein das Seelenheil bringen.

12. Wie lŠsst sich das auf die fŸnf GlaubenssŠtze des Islam anwenden?

Es wird wie folgt angewendet:

Glaube an: — bedeutet, wir sollen

Gott. — versuchen, uns selbst zu perfektionieren und uns die besten Eigenschaften anzueignen.

Engel. — unseren guten Gedanken und Impulsen folgen.

Propheten. — versuchen, unser Leben nach dem Beispiel der Rechtschaffenen in allen Nationen der Erde ausrichten.

Die BŸcher Gottes — allen Wahrheiten folgen, egal in welcher Schrift oder Religion sie auch gefunden werden.

Das Leben nach dem Tod — daran denken, dass all unsere Taten, gut und schlecht, offen oder geheim, gerichtet werden.

13. Welches sind die praktischen Grundpflichten, die ein Moslem zu leisten hat?

Um sich Gott zu unterwerfen und mit seinen Mitmenschen in Frieden zu leben, muss ein Moslem bestimmte Pflichten gegenŸber Gott und seinen Mitmenschen erfŸllen. Die Pflichten gegenŸber Gott sind:

Beten (salaat)

Fasten (saum)

und

Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch).

 

Die Pflicht gegenŸber den Mitmenschen ist, Mittel, Zeit, Energie, Geld usw. auf das Wohlergehen anderer aufzuwenden; insbesondere geht es darum, einen Teil seines Vermšgens den BedŸrftigen zu geben (bekannt als zakaat, eine WohltŠtigkeitssteuer).

14. Was ist der Hauptpunkt, an den man in Bezug auf diese praktischen Pflichten denken muss?

Der Hauptpunkt ist, dass der Sinn der ErfŸllung dieser Pflichten ist, Gott nŠher zu kommen und uns dazu zu bringen, anderen Gutes zu tun und in unserem tŠglichen Leben darauf zu verzichten, Falsches zu tun. Deshalb sollten wir diese Pflichten nicht als Rituale durchfŸhren, sondern dabei vom Grunde unseres Herzens her an Gott denken. Die DurchfŸhrung dieser Akte des Gottesdienstes nŸtzt uns nur, wenn wir sie als Basis zur Verbesserung unseres Charakters und unseres Verhaltens im Alltag nutzen. Wenn jemand betet und fastet, es doch versŠumt, Gutes zu tun und schlechte Gewohnheiten aufzugeben, wird sein Gebet und sein Fasten nutzlos sein.


3. Allah

ÒAllah — es gibt keinen Gott au§er Ihm. Er besitzt die schšnsten Namen (20:8)

ÒSage: Er ist Allah, er ist ein Einziger. Allah ist Er, auf Den alle angewiesen sind. Er zeugt nicht und ist auch nicht gezeugt worden, und keiner ist wie Er.Ó (Kapitel 112)

15. Was ist die Grundlehre des Islams zu Gott?

Der Islam lehrt, dass es einen und nur einen Gott gibt, der der Schšpfer und WŠchter des gesamten Universums ist. Er ist in jeder Hinsicht einzigartig und es gibt nichts, das Ihm in irgendeiner Weise Šhnlich ist. Er ist der Wissende aller Dinge und hat volle Macht Ÿber die gesamte Schšpfung. Er benštigt Ÿberhaupt nichts, wŠhrend alles vollstŠndig von Ihm abhŠngig ist. Er besitzt alle perfekten Eigenschaften und der Mensch sollte Ihn – und Ihn allein – anbeten.

16. Gibt es einen speziellen Namen fŸr Gott, den Moslems benutzen?

Ja. Laut dem Islam ist der persšnliche Name Gottes das arabische Wort Allah. Persšnlicher Name bedeutet, dass es der Name ist, der sich nur auf Ihn bezieht, und zwar auf Ihn statt auf eine bestimmte Eigenschaft, die Ihm zueigen ist. Er wird so ausgesprochen wie er sich schreibt:

AL — wie in all-es.

LAH —mit langem A wie im Wort  La-ma.

Das Wort Allah bedeutet, dass Gott der Eine ist, der alle perfekten Attribute besitzt.  Der Koran selbst gibt diese Bedeutung an, indem er sagt:

ÒUnd Allah hat die besten Namen (oder Eigenschaften).Ó (7:180)

Die Namen Gottes in anderen Sprachen, wie God in Englisch, oder Khuda in Urdu, drŸcken nur ein bestimmtes Attribut des Gšttlichen Wesens aus und sie werden auch fŸr andere au§er Gott benutzt (wie in Gštter, Gšttin etc.). Allah wird jedoch immer nur fŸr Gott selbst verwendet.

17. Gibt der Islam Argumente zum Beweis der Existenz Gottes?

Ja, zu diesem Punkt gibt der Heilige Koran drei Arten von Argumenten.

Erstens bezieht er sich auf die physische Welt, die eine gro§artige Ordnung und Anordnung aufweist, nach bestimmten Gesetzen arbeitet, und in der alles einen festgelegten Sinn im Gesamtplan der Dinge hat. Es liegt auch eine immense Schšnheit in der Natur, die das Herz des Menschen anzieht. Die Wissenschaft entdeckt stŠndig immer mehr dieser Eigenschaften der Welt. Es muss also hinter dieser sehr zweckgerichteten und wunderschšnen Wirkungsweise der Natur Eine einzige Intelligenz von gro§er Schšnheit und Anziehungskraft am Werk sein.

Zweitens berichtet uns der Koran Ÿber die enge und tiefe Verbindung zwischen Gott und dem inneren Wesen eines jeden Menschen. Es gibt einen in jedem Menschen eingebauten Wunsch, nach etwas Hšherem zu suchen, und wenn er in Schwierigkeiten ist, will er instinktiv eine Versteckte Macht anrufen um ihm zu helfen.

Drittens – und am Ÿberzeugendsten, sind Propheten und MŠnner Gottes in allen Nationen der Welt erschienen und haben ihren Všlkern die RealitŠt Gottes durch ihre Lehren und Werke gezeigt.  So wie die meisten von uns etwas Ÿber die Naturwissenschaften nicht durch eigene Entdeckungen lernen, sondern dadurch, dass wir die Arbeit und Beweise derjenigen akzeptieren, die sich dem Studium der Wissenschaften widmen, so wird der Beweis der Existenz Gottes durch das Leben der gro§en Erleuchteten geliefert, die Gott zu diesem Zweck in die ganze Welt gesandt hat.  

18. Andere Religionen lehren auch die Existenz Gottes. Gibt es Unterschiede zwischen ihren Lehren und der islamischen Auffassung von Gott?

Ja. Es gibt einige wichtige Unterschiede.

Der erste gro§e Unterschied ist, dass der Islam die absolute Einheit Gottes lehrt, mit dem niemand Gšttlichkeit teilen kann. Weder ein Idol oder himmlisches Objekt, noch irgendein religišser oder spiritueller Lehrer kann eine gšttliche Kraft oder Eigenschaft besitzen.

Zweitens lehrt der Islam die hšchste Auffassung von Gott und akzeptiert keine Begrenzung seiner Macht oder seines Wissens, wŠhrend andere Religionen ihm Grenzen zusprechen. So lehnt der Islam zum Beispiel den hinduistischen Glauben ab, dass Gott nicht der Schšpfer von Materie und Seelen ist, sondern neben ihnen existiert. Ebenso lehnt er die christliche Doktrin ab, dass Gott nicht in der Lage ist, SŸnden zu vergeben, es sei denn, er wŸrde jemanden bestrafen, und dass er daher seinen  âSohnÔ gesandt hat, um die Strafe fŸr die SŸnden der gesamten Menschheit zu erleiden. DarŸber hinaus wird ein Sohn benštigt, um den Platz des Vaters einzunehmen, wenn der Vater stirbt, und das kann eindeutig nicht der Fall sein, wenn Gott perfekt ist.

Drittens lehnt der Islam die Idee ab, dass irgendein menschliches Wesen, egal wie gro§artig es sei, eine ÔManifestationÕ Gottes auf Erden oder eine gšttliche Inkarnation sei.

19. Was sind die praktischen Konsequenzen dieser drei Unterschiede?

Diese Unterschiede wŸrdigen und erhšhen die Position des Menschen. Der Glaube an die Einheit Gottes bedeutet, dass der Mensch nichts auf der Welt, zum Beispiel Idole, Naturgewalten, himmlische Wesen, religišse FŸhrer, Kšnige, diktatorische Systeme usw. verehren oder dessen Sklave sein sollte. Also soll der Mensch die Welt um sich herum erobern, nicht davor Angst haben; und jeder Mensch soll seine oder ihre Intelligenz und seinen/ihren Verstand einsetzen, nicht blind jemand anderem gehorchen.

Glaube an die hšchste Konzeption von Gott bedeutet, dass der Fortschritt des Menschen selbst unbegrenzt ist. Sein Wissen und seine Kraft kšnnen, auch wenn sie verglichen mit der Gottes unbedeutend sind, weiter wachsen. Den Glauben, dass ein Mensch eine âManifestationÔ Gottes sein kšnnte, abzulehnen, bedeutet, dass man die gro§en GrŸnder der Religionen nicht als in Geheimnisse gehŸllte ÔGštterÕ mit ŸbernatŸrlichen KrŠften betrachten sollte, sonder als sterbliche menschliche Wesen, die durch ihr eigenes Leben und Beispiel anderen zeigten, wie sie leben sollten.

20. Gibt es noch ein anderes wichtiges Unterscheidungsmerkmal der islamischen Auffassung von Gott?

Ja. Der Islam lehrt, dass Allah der ÒHerr (Rabb) aller WeltenÓ ist. (Rabb wird mit kurzem ÒaÓ wie in Rappe ausgesprochen.) Allah ist daher nicht nur der ÔGottÕ der Moslems, noch der Gott einer bestimmten Rasse, Religion oder Nation, sondern der einzige Eine Gott fŸr die gesamte Menschheit. Als der Herr aller Nationen hat Er nicht nur fŸr die Mittel des physischen Erhalts aller LŠnder auf der Erde gesorgt, sondern auch jeder Nation Seine FŸhrung zu deren moralischem Fortschritt gesandt. Er ist gleicherma§en gerecht und liebevoll gegenŸber jedem Bereich der Menschheit und hat kein Lieblings- oder auserwŠhltes Volk oder lehnt irgendeines ab.

 

21. Wie steht der Mensch laut dem Islam in Beziehung zu Gott?

Gott hat dem Menschen nicht nur einen Kšrper gegeben, sondern auch eine Seele, durch die er mit seinem Schšpfer in Kontakt treten kann. WŠhrend aber der Kšrper, wie der Rest der Natur, daran gebunden ist, den Gesetzen Gottes zu gehorchen, ist die Seele frei, der FŸhrung Gottes zu folgen oder sie abzulehnen. Die Entwicklung der Seele liegt darin, willentlich der FŸhrung zu folgen, die Gott durch seine Propheten enthŸllt hat.

Laut dem Koran ist die Seele jedes Menschen ÒGottes GeistÓ, der ihm oder ihr eingehaucht wurde (32:9). Das bedeutet, dass die Seele des Menschen eine besondere Beziehung zu Gott hat, und dass der Mensch fŠhig ist, die gšttlichen Eigenschaften in seinem kleinen Rahmen (siehe Nr. 23 unten) nachzubilden. Gott ist der Seele des Menschen unvorstellbar nahe; sogar nŠher als der Mensch sich selbst ist. Er kennt die innersten Gedanken einer Person, sogar solche, die der Person selbst nicht bewusst sind. In der Seele des Menschen ist die Liebe zu Gott und die Sehnsucht nach Gott eingepflanzt und sie kann ohne Gott keine všllige Zufriedenheit erlangen. (Als Beispiele fŸr diese Gedanken siehe die folgenden Verse des Heiligen Korans: 50:16; 56:85; 20:7; 2:165; 5:119; 89:27-30.)

22. Was sagt uns der Heilige Koran sonst noch Ÿber Gott?

Er sagt uns eine Menge. Am hŠufigsten nennt er Gott Rahmaan (wohltŠtig) und Raheem (gnŠdig). Rahmaan bedeutet, dass Gott so liebevoll und gro§zŸgig ist, dass er dem Menschen unzŠhlige Segnungen zum Geschenk gemacht hat, ohne dass der Mensch eine Gegenleistung erbringen muss. Gott ist Raheem bedeutet, dass er gnŠdig ist, so dass er, wenn der Mensch sich bemŸht, seine gottgegebenen Gaben fŸr gute Zwecke einsetzt, ihm hilft, Erfolg zu haben. Zum Beispiel hat Gott dem Menschen alle Arten von physischen Ressourcen in dieser Welt gegeben, ohne dass dieser etwas dazutun muss. Wenn der Mensch versucht, diese Ressourcen fŸr etwas Gutes zu nutzen, macht Gott ihn erfolgreich. Der Heilige Koran sagt uns auch, dass Gott vergebend, mitfŸhlend, gerecht, der Beantworter von Gebeten, der Schšpfer von allem, allmŠchtig, allwissend etc. ist.

 

Eine Passage des Heiligen Korans, die mehrere Eigenschaften Gottes erwŠhnt, ist wie folgt:

 

ÒEr ist Allah au§er Dem es keinen Gott gibt. Der das Verborgene und das Gesehene kennt. Er ist der WohltŠter, der Barmherzige. Er ist Allah au§er dem es keinen Gott gibt; der Kšnig, der Heilige, der Friedensstifter, der Verleiher von Sicherheit, der WŠchter Ÿber alles, der MŠchtige, der Allerhšchste, der Besitzer der ErhabenheitÉ Er ist Allah, der Schšpfer, der Erzeuger, der Gestalter: Sein sind die schšnsten Namen. Was auch immer in den Himmeln ist und auf Erden, verkŸndigt seine Herrlichkeit; und Er ist der MŠchtige, der Weise.Ó (59:22-24)

23. Welchen Zweck hat es, daran zu glauben, dass Gott diese Eigenschaften hat?

Damit der Mensch versuchen kann, sich dieselbe Art der guten Eigenschaften in seinem Leben anzueignen und sie zu zeigen. Der Koran sagt:

Ò(Wir nehmen) Allahs Farbe an — und wer ist besser im FŠrben als Allah.Ó (2:138)

Gott ist der Rabb (der Versorger und Pfleger der ganzen Welt), damit der Mensch versucht, fŸr andere zu sorgen. Gott ist Rahmaan, also sollte auch der Mensch die Initiative ergreifen und anderen Menschen Gutes tun, ob sie nun etwas getan haben, um das zu verdienen oder nicht. Gott ist Raheem, also sollte sich der Mensch jenen anschlie§en, die Gutes tun, ihnen helfen und sie ermutigen. Gott ist allwissend und weise, also sollte der Mensch versuchen, sein Wissen zu vervollkommnen und Weisheit zu erlangen.

An die gšttlichen Eigenschaften zu glauben verhindert auch, dass man anderen zum eigenen Vorteil schadet. Ein Mensch, der wahrhaftig glaubt, dass Gott sein Rabb (Versorger) ist, wei§, dass Er sich immer um ihn kŸmmern wird, und ein solcher Mensch wŸrde daher niemals versuchen, sich das zu nehmen, was einem anderen zusteht. Ein Mensch, der glaubt, dass Gott allsehend und allwissend ist, wŸrde wissen, dass er niemals eine schlechte Tat vor Gott verstecken kšnnte, egal wie heimlich er sie begeht.

4. Engel

ÒUnd gewiss haben Wir euch erschaffen, und dann haben Wir euch geformt, dann sagten Wir den Engeln: Unterwerfet euch Adam (oder der Menschheit).Ó (7:11)

24. Was sind Engel?

Engel sind ÔspirituelleÕ,  nicht materielle Wesen, die Gottes Befehle und Gesetze in dieser Welt in die Tat umsetzen. Sie haben – anders als der Mensch – keinen   eignen ÔWillenÕ und sind Vermittler zwischen Gott und der Welt.

25. Wie sehen Engel aus?

Da Engel keine kšrperlichen Wesen sind, kšnnen sie vom menschlichen Auge nicht gesehen werden. Also erŸbrigt sich diese Frage. Dennoch kšnnen Gottes Propheten oder andere rechtschaffene Personen gelegentlich Engel âsehenÔ, allerdings nur mit ihrem spirituellen (oder geistigen) Auge in TrŠumen oder Visionen.

26. Welche Funktion Ÿben Engel aus?

Es gibt zwei Arten: ihre Funktion in der physischen Welt und ihre Funktion in der spirituellen Entwicklung des Menschen. In der physischen Welt wird die Wirkungsweise der Natur von Gesetzen beherrscht wie die Wissenschaft gezeigt hat, indem sie viele dieser Gesetze entdeckt hat. Der Islam lehrt, dass diese Gesetze von Gott ersonnen wurden, und dass die Engel – die gehorsamen FunktionŠre Gottes – sie in die Tat umsetzen. Auf der spirituellen Seite kommunizieren die Engel die Offenbarung Gottes den Propheten und anderen Rechtschaffenen, bringen wahren GlŠubigen Trost und StŠrke und inspirieren alle Menschen zu noblen Gedanken. Sie tun dies selbstverstŠndlich, indem sie durch die spirituellen Sinne menschlicher Wesen tŠtig werden, nicht durch physische Sinnesorgane wie Augen oder Ohren.

27. Warum sind Engel notwendig, um den Menschen Gottes Botschaften zu bringen?

So wie Licht als Mittel nštig ist, damit unsere Augen sehen kšnnen, und Luft nštig ist, um Klang zu unseren Ohren zu tragen, ist ein Organ notwendig, um unsere spirituellen Sinne zu aktivieren. Die Engel sind dieses ausfŸhrende Organ. Sie bringen Gottes Botschaften zu den ÔinnerenÕ Augen und Ohren rechtschaffener Menschen und pflanzen gute und edle Gedanken in die ÔHerzenÕ aller Menschen. Es sind jedoch nur die Rechtschaffen, die wegen ihrer hochentwickelten spirituellen Sinne in der Lage sind, die Arbeit der Engel wahrzunehmen.

28. Was sagt uns der Heilige Koran sonst noch Wichtiges Ÿber Engel?

Ein sehr wichtiger Punkt, der im Heiligen Koran enthŸllt wird, ist, dass der Menschheit von Gott die FŠhigkeit gegeben wurde, Wissen Ÿber alle Dinge des Universums zu erlangen. Der Koran sagt uns weiter, dass sich die Engel, die Gottes Gesetze in die Tat umsetzen, dem Menschen wegen seines gro§en Wissens unterwerfen. Mit anderen Worten: Der Mensch kann sein Wissen Ÿber die Gesetze der Natur nutzen, um die Welt zu kontrollieren. Also offenbarte der Heilige Koran vor vielen Jahrhunderten schon, dass der Mensch grš§te Fortschritte in Wissenschaft und Technologie machen kann, weil die Engel, die ausfŸhrenden Organe, die automatisch im Lauf der Welt die Gesetze Gottes umsetzen, sich ihm unterwerfen.

29. Gibt es eine SchlŸsselbedeutung des Glaubens an Engel?

Wie schon gesagt fordert jeder Glaube einen Moslem auf, etwas Praktisches und Positives zu tun, und der Glaube an Engel bedeutet, dass wir unseren guten Impulsen folgen und die schlechten ablehnen sollten. Der Heilige Koran sagt auch, dass es âTeufelÔ gibt, die niedere, selbstsŸchtige Gedanken in den Geist des Menschen legen. Doch obwohl sie existieren, fordert der Koran von einem Moslem nicht, dass er an die Teufel ÔglaubenÕ soll, sondern dass er tatsŠchlich nicht an sie glauben soll. Dies zeigt, dass ÔGlaubenÕ im Islam nicht nur bedeutet, im Herzen zu glauben, sondern in †bereinstimmung mit dem Glauben zu handeln.

5. Propheten und Gesandte

ÒDie Menschheit ist eine einzige Nation. Darum lie§ Allah Propheten als †berbringer der frohen Botschaft und als Ermahner erstehen ÉÓ (2:213)

ÒUnd diejenigen, die an Allah und Seine Gesandten glauben und die (im Glauben) keinen Unterschied zwischen ihnen machen, denen wird er Belohnungen geben.Ó (4:152)

ÒUnd bestimmt haben Wir in jeder Nation einen Gesandten erstehen lassen, der sagte: Dienet Allah und scheuet den Teufel.Ó (16:36)

30. Was ist ein ÔProphetÕ oder ein ÔGesandterÕ Gottes?

Ein Prophet (nabi) oder Gesandter (rasul) Gottes ist ein Mensch, dem Gott Seine FŸhrung gibt, und den Er mit der Aufgabe betraut, diese FŸhrung zu vermitteln, so dass dieser Gutes tun und Schlechtes vermeiden mšgen.

31. In welchen LŠndern der Welt sind Propheten erschienen?

Laut dem Islam sandte Gott Propheten zu allen Nationen auf der Erde, zu verschiedenen Stadien in ihrer jeweiligen Geschichte. Der Heilige Koran sagt:

ÒUnd fŸr jede Nation gibt es einen Gesandten.Ó (10:47)

ÒUnd es gibt kein Volk, unter das noch kein Ermahner gekommen ist.Ó (35:24)

32. An welche dieser Propheten Gottes mŸssen Moslems glauben?

Moslems mŸssen gleicherma§en, ohne Unterschied, an alle Propheten und Gesandten Gottes glauben, wo auch immer sie erschienen sein mšgen. Im Heiligen Koran (2:136, 285 und 3:84 etc.) wird ganz klar gesagt: ÒWir machen keinen Unterschied zwischen ihnenÒ.

33. Bitte nenne einige dieser Propheten.

Viele Propheten werden im Heiligen Koran namentlich genannt; wie zum Beispiel Noah, Abraham, Moses, David und Jesus als die biblischen Propheten, und auch nicht biblische Propheten, deren Namen unter anderem Luqman, Hud und Dhul-Kifl lauten. Und schlie§lich gibt es den gro§en, universellen Propheten Mohammed, mšge der Friede und der Segen Allahs mit ihm sein.

34. Sind andere Propheten als die im Heiligen Koran erwŠhnten erschienen?

Sicherlich. Der Koran selbst sagt uns, dass er nur einige der Propheten erwŠhnt hat (siehe 4:164). Da Propheten in allen Teilen der Welt erschienen sind und es viele in jeder Nation gab, ist es unmšglich, eine vollstŠndige Liste ihrer Namen zu erstellen. Moslems mŸssen an alle Propheten glauben und sie respektieren, ob sie im Heiligen Koran namentlich genannt werden oder nicht.

35. Es ist bekannt, dass Moslems an die israelitischen Propheten, inklusive Jesus, glauben. Wie betrachten sie die gro§en Figuren anderer Religionen, wie Krishna, Buddha, und Konfuzius?

Aus den Lehren des Heiligen Koran geht ziemlich klar hervor, dass, da Gott Propheten zu allen Nationen entsandt hat und eine ziemlich gro§e Zahl von ihnen Ÿberall auf der Welt erschienen ist, die historischen GrŸnder dieser anderen Religionen ebenfalls Propheten und Gesandte Gottes gewesen sein werden. TatsŠchlich sollten alle religišsen GrŸnder, die in  einer Heiligen Schrift erwŠhnt werden,  die Šlter ist als der Koran, und der Menschen als AnhŠnger folgen, von Moslems als wahre  Propheten Gottes akzeptiert werden. Es ist darauf hingedeutet worden, dass Buddha im Heiligen Koran unter dem Namen Dhul-Kifl erwŠhnt wird, was Mann aus Kifl bedeutet, wobei Kifl die arabische Form des Namens seines Geburtsorts Kapilvestu ist.

36. Aber Religionen wie Christentum und Hinduismus verehren ihre gro§en religišsen Figuren als ÔGštterÕ oder Inkarnationen von Gott. Was sagt der Islam dazu?

Laut dem Islam waren all diese rechtschaffenen Personen sterbliche, menschliche Propheten Gottes, so wie der Heilige Prophet Mohammed, mit denselben BedŸrfnissen jedes menschlichen Wesens. Sie sind alle irgendwann gestorben wie es jeder Mensch muss.  Es gibt mehrere GrŸnde warum sie von ihren AnhŠngern schlie§lich als ÔGštterÕ verehrt wurden. Einer ist, dass ihre Worte von den spŠteren Generationen missverstanden wurden, die ihre figurativen AusdrŸcke wšrtlich nahmen. Ein anderer ist, dass die Details ihres Lebens nicht akkurat erhalten  wurden, und sich daher eine Menge Mythen um sie ranken und ihre Werke und Taten sehr Ÿbertrieben dargestellt worden sind.

37. Warum waren die Propheten Menschen und nicht ÔGštter auf ErdenÕ?

Weil sie gesandt wurden, um andere Menschen anzuleiten, nicht nur durch Predigen, sondern auch durch ihr eigenes Beispiel. Also mussten sie všllig menschlich sein, um anderen Menschen zu zeigen, wie sie leben sollten. Laut dem Islam war jeder Prophet selbst der erste und vorderste AnhŠnger der FŸhrung Gottes, die durch ihn den Menschen enthŸllt wurde, damit sie ihr folgen. Deshalb werden frŸhere Propheten im Heiligen Koran ÔMoslemsÕ genannt, da sie nicht nur Lehrer, sondern auch AnhŠnger der gšttlichen FŸhrung waren. Als Beispiel hierfŸr siehe 3:67. Was den Heiligen Propheten Mohammed angeht, so lehrt der Islam nicht nur, dass er ein Mensch war; eine Studie seines Lebens zeigt auch, dass er sich selbst als bescheidenen Sterblichen betrachtet und sich als einer von ihnen unter sie gemischt hat.  

38. Was haben die Propheten gelehrt?

Sie haben alle dieselbe grundsŠtzlichen Lehre: Dass der Mensch Gott – und Gott allein – verehren und seinen Mitmenschen Gutes tun sollte. NatŸrlich unterschieden sich die Details der Lehren je nach der Nation und der Zeit, in der ein Prophet erschien. Im Heiligen Koran werden die Lehren aller Propheten  Islam genannt und die Propheten und ihre wahren AnhŠnger werden als Moslems bezeichnet. Siehe zum Beispiel 2:131-133 und 5:111. Das bezieht sich auf die Tatsache, dass die fundamentalen Lehren aller Propheten dieselben waren – Unterwerfung unter Gott und Frieden mit den Mitmenschen.

39. Da Moslems gleicherma§en an alle Propheten glauben, was ist dann die besondere Position des Heiligen Propheten Mohammed?

Alle Propheten waren gleicherma§en von Gott gesandt und gleicherma§en wahrhaftig, doch der Umfang ihrer Missionen unterschied sich. Die gšttlichen Gesandten, die vor dem Heiligen Propheten Mohammed erschienen waren, hatten jeweils Lehren erhalten, die auf ihre jeweilige Nation beschrŠnkt waren, da in jenen Tagen eine Nation nicht viel mit anderen Nationen zu tun hatte. DarŸber hinaus galten die Lehren eines jeden Propheten nur fŸr einen begrenzten Zeitraum, nach dessen Ablauf Gott einen anderen Propheten schickte, um die Lehren an die neuen UmstŠnde anzupassen. Doch schlie§lich kam die Zeit, alle Nationen unter einer Religion zu vereinen, damit  die Menschheit in Frieden als eine Nation leben kšnne. Zu diesem Zweck wurde der Heilige Prophet Mohammed gesandt, dem Gott Lehren fŸr die ganze Welt und fŸr alle Zeiten gab.

40. Kšnnen Sie Argumente geben, um diesen Glauben zu stŸtzen?

Ja. Erstens glauben die AnhŠnger Šlterer Religionen, dass Gottes Offenbarung und FŸhrung nur zu einer bestimmten Nation oder einem bestimmten Land gekommen ist; dagegen lehrt der Islam, dass FŸhrung von Gott zu jeder Nation gekommen ist, und dass Moslems aufgefordert sind, an alle vorherigen nationalen Propheten zu glauben. Also ist der Heilige Prophet Mohammed derjenige, der die Wahrheit der Propheten aller Nationen bestŠtigte und feststellte, und der die Grundlage fŸr Frieden unter ihnen schuf. Er ist daher der Welt-Prophet. Zweitens ist es eine anerkannte Tatsache, dass uns, obwohl die ursprŸnglichen Lehren vorheriger Propheten zum grš§ten Teil verloren gegangen sind, die Quellen des Islams (der Heilige Koran und die Details des Lebens des Heiligen Propheten) vollstŠndig und akkurat zur VerfŸgung stehen. Das zeigt, dass der Islam die Religion fŸr alle Zeiten ist.

41. Kšnnte es nach dem Heiligen Propheten Mohammed noch einen Propheten oder Gesandten Gottes geben?

Nein, nach dem Heiligen Propheten Mohammed kann kein Prophet oder Gesandter von Gott mehr kommen. Die GrŸnde gehen klar aus dem zuvor gesagten hervor. Die Lehren, die Gott dem Heiligen Propheten gab, sind fŸr alle Nationen gedacht, fŸr alle Zeiten, damit die ganze Welt in einer einzigen perfekten Bruderschaft vereint werde.  Diese Lehren sind perfekt erhalten. Also gibt es einfach keine Notwendigkeit fŸr einen Propheten nach dem Heiligen Propheten Mohammed.

42. Bedeutet das, dass kein menschliches Wesen jetzt noch die Stufe eines engen Kontakts mit Gott erreichen kann und Gott zu ihm spricht?

Nein, das bedeutet es nicht. Es bedeutet nur, dass keine weiteren religišsen Lehren in die Welt kommen werden. Es wird immer noch Menschen geben, auch nach dem Heiligen Propheten Mohammed, die, indem sie den Lehren des Islams folgen, einen so engen Kontakt zu Gott haben werden, dass er zu ihnen sprechen wird, sie tršsten und ihnen Ereignisse in der Zukunft offenbaren wird, und zwar durch Worte der Inspiration, WahrtrŠume und Visionen. In der Geschichte des Islams hat es zahllose Beispiele solcher rechtschaffenen Menschen gegeben, die diese hohe Stufe erreicht haben, indem sie die Lehren des Islams perfekt befolgten. Eine solche Person wird als ein wali oder Heiliger bezeichnet.

6. BŸcher Gottes

Ò(Moslems) glauben an das, was dir (O Mohammed) offenbart wurde und was vor dir offenbart wurde.Ó (2:4)

ÒEr hat dir (O Mohammed) das Buch mit Wahrheit offenbart, das bestŠtigt, was davor ist, und Er hat die Thora und das Evangelium offenbart, vormals eine Rechtleitung fŸr die Menschen und Er hat die Unterscheidung (den Koran) gesandtÓ (3:3,4)

43. Was ist ein Buch Gottes?

Den verschiedenen Propheten, die Gott gesandt hat, um Menschen FŸhrung zuteil werden zu lassen, hat Er Seine Lehren offenbart.  Die Propheten haben diese Offenbarung publik gemacht und ihre AnhŠnger haben sie erlernt und sie an ihre Kinder weitergegeben, die sie wiederum an die nŠchste Generation weitergegeben haben und so weiter. Auf diese Weise sind wir an die âSchriftenÔ oder âHeiligen BŸcherÔ der verschiedenen Religionen gekommen, die wir heute haben. Der Islam nennt die Original-Offenbarungen der Propheten die ÒBŸcher GottesÓ, weil sie dazu bestimmt waren, in einer gesammelten Form (mŸndlich oder schriftlich oder beides) bewahrt zu werden.

44. Nennen Sie bitte einige der BŸcher Gottes, die heute existieren?

Die Offenbarungen, die Gott den Propheten vor dem Heiligen Propheten Mohammed, wie Moses, Jesus, Krishna und Buddha, gewŠhrt hat, kšnnen heute nicht mehr in ihrer vollstŠndigen und ursprŸnglichen Form gefunden werden. Dennoch enthalten die heute vorhandenen Schriften der AnhŠnger dieser gro§en Propheten noch einige Fragmente der ursprŸnglichen Lehren, obwohl sie mit spŠteren ZusŠtzen und Interpretationen vermischt wurden. Einige dieser Heiligen Schriften sind: Die Thora der Juden, die Evangelien der Christen, die Vedas der Hindus und die Zend Avesta der Zoroastrier.

Andererseits kann das Wort Gottes, das dem Heiligen Propheten Mohammed offenbart wurde, vollstŠndig intakt und erhalten in der muslimischen Schrift gefunden werden, das als der Koran bekannt ist.

45. MŸssen Moslems an andere Heilige Schriften glauben als an ihre eigenen?

Moslems mŸssen glauben, dass die Originallehren aller Propheten, inklusive Moses, Jesus, der Propheten von Indien, jener von China usw. von Gott offenbart wurden. Auf dieser Basis respektieren sie die Schriften anderer Religionen, weil einige der ursprŸnglichen Offenbarungen noch immer in ihnen zu finden sind. Also sind Moslems aufgefordert zu glauben, dass die Religionen, die vor dem Islam kamen, wie Judaismus, Christentum, Hinduismus, Buddhismus etc. auch in ihrer heutigen Form viele Wahrheiten enthalten.

46. In welcher Beziehung steht der Heilige Koran zu anderen gšttlichen Heiligen Schriften?

Der Heilige Koran beansprucht Folgendes:

i. —ÒBestŠtigerÓ vorheriger Heiliger Schriften zu sein: Òein Buch von Allah, das bestŠtigte, was sie habenÓ (2:89).

ii.— ÒHŸterÓ Ÿber sie zu sein (5:48).

 

iii. — ÒRichterÓ zur Entscheidung Ÿber ihre Unterschiede zu sein: ÒUnd Wir haben dir das Buch nur deswegen offenbart, auf dass du ihnen klarmachen mšgest, worin sie sich unterscheidenÓ (16:64).

iv. — ihre Lehren zu ÒmanifestierenÓ und zu ÒperfektionierenÓ (26:1; 5:3).

47. ErklŠren Sie bitte die vorgenannten vier Punkte ein wenig genauer.

i. — Der Heilige Koran bestŠtigt, dass alles, was die Heiligen Schriften den verschiedenen Nationen offenbart haben, gšttlichen Ursprungs sind.

ii. — Er hat diejenigen der Originallehren gehŸtet und erhalten, die dauerhaft Anwendung finden, nachdem diese durch Verlust und VerŠnderungen in ihren Texten undeutlich wurden.

iii. — Alle Heiligen Schriften waren von Gott, doch sie waren so sehr verŠndert worden, dass sie sich všllig voneinander unterschieden, sogar was ihre Grund-lehren betraf. Der Koran kam als ãRichterÒ, um Ÿber diese Unterschiede zu urteilen und die Originallehren und die spŠteren VerŠnderungen auseinander zu sortieren.

iv. — Der Heilige Koran gab Aufschluss Ÿber alles Wesentliche des Glaubens, von dem vieles in den frŸheren Schriften nicht vollstŠndig behandelt worden war. Er ersetzte auch jene Lehren, die nur lokal oder zeitweise gŸltig waren, durch perfekte und universelle Lehren, die auf alle Nationen und zu jeder Zeit angewendet werden kšnnen.

7. Leben nach dem Tod

ÒWir haben bestimmt, dass der Tod unter euch verweile, und Wir werden nicht ŸberwŠltigt werden, auf dass Wir euren Zustand Šndern mšgen und zu dem werden lassen, von dem ihr kein Wissen habt (56:60-61)

ÒO Seele, die du ruhst, kehre zu deinem Herrn zurŸck, sehr (von Ihm) zufriedengestellt und (Ihn) zufriedenstellend. Darum kehre unter Meine Diener ein, und kehre in Meinen Garten ein.Ó (89:27-30)

ÒSie (die Hšlle) ist das Feuer, das Allah gezŸndet hat, das sich Ÿber die Herzen erhebt.Ó (104:5-6)

48. Was lehrt der Islam Ÿber das Leben nach dem Tod?

Er lehrt, dass ein menschliches Wesen nicht nur einen Kšrper, sondern auch einen ÔGeistÕ hat, der ihm von Gott gegeben wurde. Der Geist ist der Samen, aus dem eine hšhere Form des Lebens im Menschen erwŠchst, hšher als das physische Leben, genauso wie der Kšrper aus einem kleinen âSamenÔ gewachsen ist. €hnlich wie in der Welt um uns herum hšhere Lebensformen aus niederen entstehen, entsteht aus dem Leben des Einzelnen in dieser Welt sein hšheren ÔspirituellesÕ Leben. WŠhrend seines Lebens bilden und formen die Taten eines Menschen seinen Geist zum Besseren oder zum Schlechteren, je nach seinen Taten. Wenn ein Mensch stirbt, endet der physische Kšrper, sein Geist jedoch bleibt so, wie er oder sie ihn durch Taten im Leben geformt hat. Das ist das Leben nach dem Tod. 

49. Wie wird der Geist wŠhrend unseres Lebens hier geformt?

Genau wie unsere physischen Taten und Gewohnheiten den Kšrper beeinflussen und ihre Spuren auf ihm hinterlassen, haben unsere guten oder schlechten Taten einen Einfluss auf den Geist und hinterlassen dort ihre Spuren. Manchmal kšnnen wir sogar etwas von dem Effekt der guten oder schlechten Tat auf uns fŸhlen. Wenn wir den Geist durch Beten zu Gott nŠhren und mit der StŠrke, die wir daraus ziehen, gute und rechtschaffene Taten ausŸben, wird sich der Geist richtig entwickeln und wachsen. Wenn der Geist jedoch vernachlŠssigt wird und wir schlechte Taten verŸben, erleidet er schaden. Es ist, als ob Gott jedem Menschen ein StŸck weiche Tonerde gegeben hat. Es bleibt dem Einzelnen Ÿberlassen, daraus etwas Schšnes oder etwas HŠssliches zu formen.

50. Wird der Mensch nach dem Tod fŸr seine guten Taten belohnt und fŸr die schlechten bestraft?

Wie schon gesagt nutzen gute Taten dem Geist und schlechte schaden ihm. Dieser Effekt auf den Geist ist, was die Belohnung oder Strafe fŸr die Taten eines Menschen darstellt. In diesem Leben kšnnen wir gelegentlich diesen Effekt fŸhlen, doch nur sehr schwach und vage. Nach dem Tod, wenn nur noch der Geist bleibt, der alle EindrŸcke der im Leben verŸbten Taten trŠgt, werden die Effekte dieser Taten klar und eindringlich zu fŸhlen sein. Dies ist die Belohnung fŸr gute Taten und das Leiden fŸr schlechte Taten.

51. Was ist Himmel und Hšlle?

Himmel und Hšlle sind keine tatsŠchlichen Orte irgendwo im Universum, sondern tatsŠchlich unser innerer Zustand oder der Zustand, unseres Geistes, der aus unseren Taten resultiert. Himmel und Hšlle fangen in diesem Leben im Herzen eines Menschen an. Das GefŸhl von GlŸck und Zufriedenheit Ÿber das Gute, das man tut, ist der Himmel im Herzen eines Menschen. Und die Schuld, Scham und die Gier, die jemand fŸhlt, der Schlechtes tut, ist die Hšlle des Herzens. Nach dem Tod, werden Himmel und Hšlle, die sich im Herzen entwickelt haben, vor uns ausgebreitet und werden zu der Welt, in der wir leben, und wir leben nicht mit unserem physischen Kšrper in ihr, sondern mit dem ÔspirituellenÕ Kšrper, der aus unseren Taten gemacht ist.

52. Der Heilige Koran erwŠhnt viele Segnungen und Annehmlich-keiten im Paradies und viele schmerzhafte Strafen in der Hšlle. Welcher Art sind diese?

Das genaue Wesen dieser Dinge kann in dieser Welt nicht bekannt sein, weil sie in einer gŠnzlich anderen Welt sind, wo unsere Vorstellungen von Raum, Zeit, GefŸhlen usw. nicht gelten. Aber um sie uns zu beschreiben mŸssen physische Begriffe wie ãGŠrten und FlŸsseÒ fŸr das Paradies und das ãFeuerÒ der Hšlle benutzt werden, damit wir uns vorstellen kšnnen, wie sie sich anfŸhlen.

Dennoch beginnen all diese Dinge der nŠchsten Welt tatsŠchlich in dieser Welt in unserem Herzen. So sind zum Beispiel die ÒFrŸchteÓ des Paradieses tatsŠchlich die FrŸchte guter Taten, die ein Mensch in seinem Herzen zu schmecken beginnt, und das ÒFeuerÓ der Hšlle ist dasselbe Feuer niedriger GelŸste und der Gier, die hier im Herzen eines Menschen brennt. In der nŠchsten Welt entfalten sich all diese GefŸhle und manifestieren sich als Annehmlichkeiten des Paradieses oder als die Leiden der Hšlle.

55. Was ist laut dem Islam der Tag des JŸngsten Gerichts?

So wie das Leben eines Menschen ein Ende hat und das Leben einer Nation ein Ende hat, so hat das Leben der gesamten physischen Welt ein Ende. Der âTag des JŸngsten GerichtsÕ wird die geistige Welt anstelle der aktuellen physischen Welt vollstŠndig manifestieren. Wie oben gesagt, beginnt ein Mensch sofort nach seinem Tod ein Erwachen zum hšheren Leben, das aus seinen Taten im aktuellen Leben gemacht ist. Aber das ist nur eine teilweise Erkenntnis.  Es ist am Tag des JŸngsten Gerichts, dass jedermann erweckt und zum hšheren spirituellen Leben erhoben wird. Er wird Tag des Gerichts genannt, weil jeder Mensch sich dann der Wirkung seiner Taten in diesem Leben vollstŠndig bewusst wird und (sozusagen) einen ÔKšrperÕ haben wird, der aus seinen eigenen Taten gemacht ist. 

54. Gibt es einen wichtigen Punkt Ÿber das Paradies und die Hšlle, der durch den Islam enthŸllt wird?

Ja. Er ist, dass das Leben nach dem Tod tatsŠchlich der Anfang des weiteren Fortschritts des Menschen ist. Jene im Paradies steigen zu immer hšheren Stufen des Wissens und der Perfektion des Glaubens auf. Die Hšlle soll jene, die in ihr sind, lŠutern und sie auf diese Weise fŸr weiteres Wachstum bereit machen. Die Strafe der Hšlle ist daher nicht dauerhaft.

55. Glauben Moslems an Reinkarnation, das hei§t, dass ein Mensch wiedergeboren werden kšnnte und auf diese Weise mehrere Leben auf Erden haben kšnnte?

Nein, der Islam lehrt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Seele und daher kann sie nach dem Tod des Kšrpers nicht in diese Welt zurŸckkehren. Die Theorie der Reinkarnation lehrt, dass wenn ein Mensch in Šrmliche oder elende UmstŠnde hineingeboren wird oder unter einer Behinderung oder einem Nachteil leidet, dies eine Bestrafung fŸr schlechte Taten in seinem frŸheren Leben darstellt; und wenn ein Mensch wohlhabend, gesund ist und aus âguterÔ Familie kommt, dann ist das seine Belohnung fŸr gute Taten in seinem frŸheren Leben. Wenn man das glaubt, wŸrde es bedeuten, dass wir die Armen, die Notleidenden und die Kranken so behandeln sollten, als ob sie ihr UnglŸck verdienten, und kein Mitleid mit ihnen haben, denn sie bekommen nur ihre gerechte Strafe; und wir sollten Hochachtung vor den Reichen und Gesunden haben, denn sie erhalten ihre Belohnung fŸr gute Taten in der Vergangenheit. Eine solche Haltung wŠre unmenschlich und nicht mit den Grundlehren des Islams vereinbar.

Der Islam lehrt, dass jeder Mensch mit einer reinen Seele geboren wird, ohne Vorbelastung aus einem frŸheren Leben, und dass sowohl jene Menschen, die sich in dieser Welt mit Not auseinandersetzen mŸssen, als auch jene, die scheinbar die Bequemlichkeiten des Lebens genie§en, sich in einem ÔProbezustandÕ befinden, um zu sehen, wie sie sich unter den jeweiligen UmstŠnden verhalten.  Es handelt sich dabei nicht um Strafen oder Belohnungen. In den Augen Gottes ist der beste Mensch der Mann oder die Frau, die sich am besten unter den UmstŠnden verhalten, die sie antreffen.

56. Was ist der Sinn darin, dass Moslems an ein Leben nach dem Tod glauben?

Erstens ermutigt es den Menschen, Gutes zu tun und sich Ÿbler Taten zu enthalten. Das kommt daher, dass er sich bewusst ist, dass eine gute Tat ihm immer einen Nutzen bringen wird, auch wenn dieser nicht direkt offensichtlich ist; und er wei§, dass er sich fŸr eine schlechte Tat, selbst wenn niemand ihn dabei sieht, wird verantworten mŸssen, und dass sie nachteilige Konsequenzen fŸr ihn haben wird, wenn nicht schon in diesem, so doch im nŠchsten Leben.

Zweitens lehrt der Islam den Menschen, sich seinen eigenen inneren Wert und den anderer anzusehen statt auf die Šu§ere Erscheinung zu achten (sei es Wohlstand, Position, Schšnheit oder Bildung). Das kommt daher, dass er wei§, dass das Innere des Menschen sein wahres Wesen ist, und dass es fŸr immer leben wird, wŠhrend die €u§erlichkeiten ganz sicher bei seinem Tod verloren werden und oft sogar schon vorher.

8. Beten

ÒEuer Herr sagt: Betet zu Mir, Ich werde euch antworten.Ó (40:60)

ÒGewiss hŠlt das Gebt (einen) vom Unsittlichen und vom Bšsen ab.Ó (29:45)

ÒUnd suchet Beistand durch Geduld und Gebet, und dies ist schwer, nur fŸr die DemŸtigen nicht.Ó (2:45)

57. Was ist Beten?

Es bedeutet, uns mit Gott in Verbindung zu setzen, uns an Seine Grš§e, GŸte und Schšnheit zu erinnern, darŸber nachzudenken, wie wir die QualitŠten, die er uns gegeben hat, weiterentwickeln kšnnen, uns an das Ziel, das er uns gesetzt hat, zu erinnern und Ihn zu bitten, uns zu helfen, Gutes zu tun und Schlechtes zu unterlassen. Beten sorgt auch dafŸr, dass wir unser Leben sehen, mit all seinen Erfolgen und EnttŠuschungen, in der richtigen Perspektive, und ermšglicht uns, fŸr einen Moment innezuhalten, um zu sehen, was wir im Licht dessen, was Gott von uns will, tun.

58. Ist Beten notwendig?

Genau wie der Kšrper Nahrung, Reinigung und Bewegung braucht, um ihn fŸr das tŠgliche Leben fit zu machen, hat auch der Geist oder die Seele spirituelle BedŸrfnisse, so dass Charakter und Handlungsweisen gut und gesund bleiben. Die BedŸrfnisse des Geistes werden durch Akte der Verehrung und Hingabe genŠhrt, unter denen der wichtigste und hŠufigste das Beten ist.  Wenn diese BedŸrfnisse nicht befriedigt werden, wird der hšchste Teil des Menschen geschwŠcht, seine FŠhigkeit, Gutes zu tun und Schlechtes zu lassen, wird beschŠdigt, so wie der Mangel an Essen den Kšrper unfŠhig zu funktionieren und anfŠllig fŸr Krankheiten macht.

59. Welches sind die wichtigsten Punkte, die der Islam Ÿber das Beten lehrt?

Unter vielen anderen wichtigen Punkten zum Beten ist der erste, dass ein Mensch seine Gebete sprechen sollte, ãals ob er Gott siehtÒ oder zumindest sollte er sich bewusst sein, dass er sich in der Gegenwart Gottes befindet. Das bedeutet, dass Gebete mit voller Aufmerksamkeit, geistiger Konzentration und dem Herzens-gefŸhl gesprochen werden sollen, als ob wir mit jemanden sprechen wŸrden, der vor uns steht. Ein weiterer wichtiger Punkt, den der Islam lehrt, ist, dass ein Hauptzweck des Betens ist, den Menschen dazu zu bringen, Gutes zu tun, Schlechtes zu unterlassen und sich anderen gegenŸber besser zu verhalten. Wenn Beten nicht diesen Effekt auf das tŠgliche Leben und Verhalten eines Menschen hat, bedeutet das, dass er oder sie die Gebete nicht richtig, in der vom Islam geforderten Weise, spricht.

60. Wie betet man im Islam?

Das Gebet ist natŸrlich eine generelle Zuwendung zu Gott. Der Islam schreibt eine bestimmte Form des Betens vor, um es systematisch zu machen und der gesamten Gemeinde zu ermšglichen, zusammen zu beten. Die Details des islamischen Gebets sind separat in vielen BŸchern nachzulesen. Kurz gesagt werden bestimmte Kšrperpositionen eingenommen (Stehen, Verbeugen, Niederwerfen und Sitzen auf dem Boden), in denen jeweils vorgeschriebene Gebete und andere Worte gesprochen werden, die Gott loben und preisen. Dies ist das regulŠre Gebet, das als Salaat bekannt ist und (falls mšglich) in der Gemeinde zu fŸnf festgelegten Zeiten gemeinsam gesprochen wird. Abgesehen vom Salaat  kann man jederzeit einfach ein Gebet zu Gott sprechen, und zwar in den Worten, die man selber wŠhlt.

61. Was ist die Bedeutung der verschiedenen Haltungen im Salaat?

Die Bedeutung ist, den gesprochenen Worten des Gebets mehr Kraft und GefŸhl zu verleihen und tatsŠchlich Gott mit dem gesamten Menschen und nicht nur mit der Zunge anzusprechen. Das ist so wie Menschen beim GesprŠch miteinander die HŠnde, den Kopf etc. bewegen, um ihre Worte zu unterstreichen. Die stehende Haltung ist, als ob man sagt, man sei bereit und eifrig, Ihm zu gehorchen.  Das Verbeugen und Niederwerfen drŸckt das innere GefŸhl aus, dass wir uns in unserem tŠglichen Leben Gottes Befehlen und Ihm všllig mit Demut beugen wollen.  Die Worte, die in diesen beiden Positionen gesprochen werden, bedeuten, dass ÒGott Tadellos und der HšchsteÓ ist, d.h., wir, die wir unvollkommen sind, erniedrigen uns vor dem perfekten Wesen, so dass unsere Fehler durch den Kontakt zu Ihm beseitigt werden kšnnen.

62. Welche Gebete sagt man wŠhrend des Salaat?

ZunŠchst gibt es einige kurze Gebete und AusdrŸcke, die wŠhrend des Salaat in bestimmten Positionen auf Arabisch gesprochen werden mŸssen. Das Hauptgebet unter ihnen ist die Fatiha, das erste Kapitel des Heiligen Koran, das aus sieben kurzen Versen besteht, und tatsŠchlich das HerzstŸck des gesamten Salaat darstellt. ZusŠtzlich zu den Pflichtworten des Gebets kšnnen wir zu jeder Zeit wŠhrend des Salaat  jedes Gebet sprechen, das wir mšgen, in jeder Sprache, die wir bevorzugen. Der Heilige Koran und die AussprŸche des Heiligen Propheten Mohammed enthalten eine gro§e Zahl von geeigneten und schšnen Gebeten fŸr verschiedene Situationen. Wir mŸssen selbstverstŠndlich die vollstŠndige Bedeutung jedes Gebets, das wir sprechen, ob auf Arabisch oder in einer anderen Sprache, kennen, und es muss in voller Geistesgegenwart und Ehrlichkeit des Herzens gesprochen werden.

63. Bitte erklŠren Sie kurz die Bedeutungen der Fatiha?

Das ist das wesentliche muslimische Gebet, welches das grundsŠtzliche Ziel des Betenden illustriert:

1. Alles Lob gebŸhrt Allah, dem Herrn der Welten,

2. Der WohltŠtige, der GnŠdige,

3. Meister des Tags des JŸngsten Gerichts.

4. Du (O Allah) bist der, den wir anbeten, und Du bist der Eine, dessen Hilfe wir suchen.

5. FŸhre uns auf den rechten Pfad,

6. Den Pfad derjenigen, denen Du Gunst gewŠhrt hast,

7. Nicht derjenigen, die Zorn auf sich ziehen oder derjenigen, die vom rechten Weg abkommen.

64. Welches sind die wichtigsten Punkte, die zu diesem Gebet anzumerken sind?

Wir beten stŠndig, auf den rechten Weg gefŸhrt zu werden, so dass wir ihn konstant weitergehen und die guten Eigenschaften entwickeln, die Gott in jeden Menschen gelegt hat. Dieser ãrechte PfadÒ ist der, auf dem die rechtschaffenen Menschen aller Zeiten gewandelt sind, deren Leben zeigt, dass Gott ihnen Seine spirituelle Gunst erwiesen hat. WŠhrend wir dafŸr beten, erinnern wir uns daran, dass wir schwach sind, und daher beten wir auch, dass wir vermeiden, Unrechtes zu tun und  Falsches zu glauben (Nr. 7). Das gibt einem ein demŸtiges GefŸhl, wŠhrend man auf dem rechten Pfad wandelt, und verhindert Arroganz, Selbstgerechtigkeit und SelbstgefŠlligkeit.

 

65. Warum werden Teile des Gebets auf Arabisch gesprochen?

Der Hauptgrund ist, dass, wenn das Salaat in der Gemeinde gesprochen wird, einige Worte und Passagen laut von dem Mann rezitiert werden, der die Versammlung leitet, so dass die versammelte Gemeinde konzertiert und in Harmonie betet, als wŠre sie eins. Da der Islam eine internationale Religion ist und Moslems, die in einer Gemeinde beten, durchaus aus verschiedenen LŠndern kommen kšnnen (wie es hŠufig in Gebetsversammlungen im Westen geschieht), bedeutet die Nutzung des Arabischen, der Originalsprache des Heiligen Korans, dass sie zusammen beten kšnnen.  Die arabischen Gebete und AussprŸche, die ein Moslem lernen muss, sind sehr kurz und leicht und kšnnen in wenigen Tagen von einem Kind erlernt werden. Die Nutzung des Arabischen ermšglicht es auch Menschen, die aus aller Welt zur Hadsch (in Mekka, Arabien), zusammenkommen, gleichzeitig gemeinsam zu beten.

66. Bedeutet das, dass ein Zweck des Salaat ist, Menschen nŠher zusammenzubringen?

Ja. Au§er dass es den Menschen nŠher zu Gott bringt, ist der andere Hauptzweck des Salaat, Menschen zusammenzubringen und sie Gleichheit und Bruderschaft zu lehren. Die Betenden stehen in Reihen, Schulter an Schulter, ohne jeglichen Unterschied in Bezug auf Rasse, Nation, Farbe, Wohlstand, Familie, Status etc. und alle beten zusammen, als wŠren sie eins. Sie fŸhlen sich demŸtig vor Gott und brŸderlich gegenŸber einander. Das Salaat endet damit, dass die Betenden ihr Gesicht nach rechts und dann nach links wenden, und indem sie in alle Richtungen denen in jener Richtung Frieden und Gottes Gnade wŸnschen. Sie wŸnschen tatsŠchlich der ganzen Welt Frieden und die Gnade Gottes. Der Zweck des Gebets ist also, Menschen zu trainieren, solche QualitŠten und einen solchen Charakter zu erwerben, dass sie der Welt den Frieden bringen.

9. Fasten

ÒO ihr, die ihr glŠubig seid, das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es euren VorgŠngern (frŸhere Religionen) vorgeschrieben war, so dass ihr euch gegen das Bšse schŸtzen mšgt É Und wenn dich Meine Diener Ÿber Mich befragen (O Mohammed), gewiss bin Ich nah. Ich erhšre das Gebet des Flehenden, wenn er Mich anruft.Ó (2:183,186)

 

67. Was ist das vom Islam vorgeschriebene Fasten?

Fasten ist eine Form des Trainings, sich aller falschen Taten zu enthalten, indem man lernt, seine Begierden zu kontrollieren. Es besteht darin, fŸr einen festgelegten Zeitraum auf die dringendsten GrundbedŸrfnisse, die Menschen haben, zu verzichten, d.h. den Drang, Hunger, Durst und sexuelle Lust zu befriedigen, und anderen zu dienen und zu helfen und dabei seine eigenen BedŸrfnisse au§er Acht zu lassen. 

68. Wie wird im Islam gefastet?

WŠhrend des Monats, der im islamischen Kalender als Ramadan bezeichnet wird, darf man vom ersten Tageslicht am frŸhen Morgen bis zum Sonnenuntergang weder essen noch trinken (noch sexuelle Beziehungen haben). Man nimmt kurz vor der MorgendŠmmerung eine Mahlzeit zu sich und dann isst oder trinkt man nichts mehr bis zum Sonnenuntergang, wenn das Fasten endet. WŠhrend der Fastenstunden muss man sich besonders bemŸhen, gŸtig und gro§zŸgig zu sein und anderen zu helfen und versuchen, alles zu vermeiden, was schlecht ist oder anderen Menschen schadet.  

69. Muss jeder Moslem wŠhrend des Ramadan fasten?

Jeder gesunde erwachsene Moslem, sowohl Mann als auch Frau, muss wŠhrend des Ramadan fasten. Diejenigen, die wŠhrend dieses Monats krank werden oder auf Reisen sind, brauchen an diesen Tagen nicht zu fasten, und sollten die verpassten Fastentage nach dem Ramadan nachholen.  Menschen, die dauerhaft nicht in der Lage sind, zu fasten, wie sehr alte Menschen, chronisch Kranke und Frauen, die schwanger sind oder stillen etc., kšnnen statt des Fastens Almosen geben.  Diese Almosengabe besteht darin, fŸr jeden verpassten Fastentag einen armen Menschen mit Nahrungsmitteln fŸr mindestens einen Tag zu versorgen.

70. Wie ermšglicht uns das Fasten, die schlechten Begierden aufzugeben, die zu falschem Verhalten fŸhren?

WŠhrend des Fastens fŸhlt ein Mensch den Drang, etwas zu essen oder zu trinken, aber er widersteht, in Gehorsam zu Gott, diesem stŠrksten aller BedŸrfnisse. Dieses tŠgliche Training, einen Monat ausgeŸbt, Ÿbt und stŠrkt ihn darin, seine FŠhigkeit, schlechte Begierden, die zu falschen Taten fŸhren, im Alltag zu kontrollieren. Es ist so, wie kšrperliches Training den Kšrper stŠrkt und ihm ermšglicht, Krankheiten leichter abzuwehren.

71. Gibt es noch andere moralische VorzŸge des Fastens?

Ja. Erstens wird der Mensch nŠher zu Gott hingezogen, denn, wenn er wŠhrend des Fastens hungrig oder durstig ist, ist es der Gedanke an Gottes NŠhe, der ihn davon abhŠlt, seine GelŸste zu befriedigen. Das gibt ihm das GefŸhl, dass Gott immer in der NŠhe ist. Zweitens lehrt Fasten den Menschen, unter schwierigen UmstŠnden geduldig und resolut zu sein, denn das ist, was man wŠhrend des Fastens tut. Drittens macht uns das Fasten bewusst, welch ein Segen Essen und Trinken sind, die so leicht verfŸgbar sind, die wir aber normalerweise als selbstverstŠndlich erachten. Viertens dŠmpft es die GefŸhle von Gier, die sich in Menschen entwickeln, wenn sie alles haben, was sie brauchen und sogar noch mehr.

72. Und was lehrt uns das Fasten darŸber, wie wir andere Menschen behandeln sollen?

Es sorgt dafŸr, dass wir das Leid und die GefŸhle derjenigen erkennen, die sozial benachteiligt und notleidend sind. Ein sehr wichtiger Zweck des Fastens ist zu lernen, sich mehr um die BedŸrfnisse anderer zu kŸmmern, indem man sich weniger mit sich selbst beschŠftigt. Das ist der Grund dafŸr, dass wŠhrend des Fastenmonats alle Arten der WohltŠtigkeit besonders ermutigt werden. Indem du dein Recht aufgibst, dein eigenes Essen und Trinken wŠhrend des Fastens zu konsumieren, trainierst du dich selbst darin, das, was dir rechtmŠ§ig gehšrt, freiwillig und mit Freude wegzugeben, um anderen zu helfen und ihnen zu dienen.

10. Hadsch oder Pilgerfahrt nach Mekka

ÒGewiss ist das erste Haus (der Anbetung), das den Menschen bestimmt war, das Haus in Bakka (Mekka), gesegnet und eine Rechtleitung fŸr die Nationen. É wer da einkehrt ist sicher; und die Pilgerfahrt zu dem Haus ist eine Pflicht, welche die Menschen Allah schuldig sind, fŸr diejenigen, die sie vollbringen kšnnen.Ó (3:96-97)

 

73. Was ist Hadsch?

Jedes Jahr, am Anfang des Monats Zil-Hijja im moslemischen Kalender, wird eine gro§e internationale Versammlung von Moslems in Mekka in Arabien abgehalten, wo sie geloben, dass es nur Einen Gott fŸr die ganze Menschheit gibt, und dass alle Menschen gleich sind, ungeachtet ihrer Rasse, Nation, ihres Wohlstands oder ihres Status. Dieser Anlass ist bekannt als der Hadsch (ausgesprochen wie geschrieben) oder die Pilgerfahrt nach Mekka. Der Pilger geht unter gro§en persšnlichen Opfern nach Mekka und gibt, wŠhrend er dort ist, viele Bequemlichkeiten des Lebens auf. Aus seiner MŸhsal lernt er die Lektion, dass der Mensch seine WŸnsche opfern muss, wenn er die NŠhe zu Gott erfahren und eine weltweite Bruderschaft der Gleichheit und Liebe erlangen will.

74. Bitte umrei§en Sie kurz die Haupteigenschaften des Hadsch?

Zu Beginn der drei Tage der Pilgerfahrt, legen alle Pilger die einfache Bekleidung aus zwei TŸchern an. Auf diese Weise werden alle Unterschiede in Bezug auf Wohlstand, Position und Familie wŠhrend des Hadsch entfernt, indem jede Person nach au§en gleich aussieht. Der Hadsch selbst besteht aus einer Reihe von Akten der Verehrung und des Gedenkens Gottes, die vom Einzelnen in Gesellschaft der riesigen Versammlung durchgefŸhrt werden.  Zwei der wichtigsten dieser Andachten sind tawaaf  (Kreise um die Kaaba, das einfache viereckige GebŠude, in dessen Richtung Moslems auf der ganzen Welt im Gebet sehen) und die Versammlung der Pilger auf einer Ebene mit Namen Arafa um Gott zu verherrlichen.

75. Was ist die Bedeutung dieser Handlungen?

Diese Akte der Anbetung sind die hšchste spirituelle Erfahrung. Durch das Herumgehen um die Kaaba, drŸckt der Pilger die grš§te Liebe zu dem Einen Gott aus, weil dieses GebŠude das gro§artigste und Šlteste Denkmal fŸr die reinste Form des Glaubens an einen Einzigen Gott ist.  Das Herumgehen um die Kaaba ist, als ob man sagt, dass das eigene Leben sich um den Glauben an den Einen Gott drehen sollte. In der Versammlung in Arafa gibt es einen riesigen Ozean der Menschheit, Menschen aller Farben, Rassen, Nationen, Sprachen, sozialen Schichten, Reiche und Arme, ÔHochstehendeÕ und ÔNiedereÕ; doch alle sind gleich, sie tragen dieselben einfachen Kleider und gedenken Gott auf dieselbe Weise. Daraus nehmen die Pilger die Lektion der Gleichheit und Bruderschaft der Menschheit mit nach Hause, die nur durch den Glauben an einen Einzigen Gott kommen kann.

76. Verehren Moslems die Kaaba oder glauben sie, dass Gott dort lebt?

Nein, definitiv nicht. Wie kšnnen sie die Kaaba verehren, wenn sie tatsŠchlich dorthin gehen, um sich daran zu erinnern, dass Gott Eins ist? Und laut dem moslemischen Glauben ist Gott Ÿberall in diesem unserem Universum, also kann er nicht an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten GebŠude leben. Die Kaaba ist ein altertŸmliches Denkmal an den Glauben an Einen Gott und wird mit den Propheten Abraham und Mohammed (Friede sei mit ihnen), die diesen Glauben aufs energischste lehrten, assoziiert.  Sie ist ein Ort fŸr die Versammlung aller Nationen, an dem sie zusammenkommen und sich darauf besinnen kšnnen, dass nur dieser Glaube sie vereinen kann. Obwohl Gott Ÿberall ist, verdient es dennoch ein Ort, an dem Hundertausende das gro§e Opfer bringen, sich an ihm zu versammeln, um Ihm zu gedenken, den rechtmŠ§igen Titel ÔHaus GottesÕ, wie die Kaaba genannt wird,  zu tragen.

11. WohltŠtigkeit

ÒIhr kšnnt keine Rechtschaffenheit erlangen, wenn ihr nicht (in WohltŠtigkeit) von dem gebt, was ihr liebt.Ó (3:92)

77. Was bedeutet WohltŠtigkeit im Islam?

WohltŠtigkeit, fŸr die der im Heiligen Koran verwendete Ausdruck ist, Òvon dem auszugeben, was Gott dir gegeben hatÓ, bedeutet, deine Energie, dein Talent, deine Ressourcen, dein Geld, deine BesitztŸmer oder was sonst noch zu nutzen, um denen, die in Not sind, zu helfen und ihnen Gutes zu tun. Im Islam wird WohltŠtigkeit oft neben dem Gebet genannt, denn so wie Letzteres die Beziehung des Menschen zu Gott oder seine Pflicht gegenŸber Gott darstellt,  so reprŠsentiert Ersteres (WohltŠtigkeit) seine Beziehung zu seinen Mitmenschen und tatsŠchlich mit der gesamten Schšpfung Gottes.  Beten drŸckt die Liebe zu Gott aus, die Unterwerfung unter Ihn und den Wunsch, die gšttlichen Eigenschaften, die in jedem Menschen verborgen sind, hervorzubringen. WohltŠtigkeit ist ein Ausdruck der Zuneigung und des Wohlwollens gegenŸber Gottes Schšpfung, wobei die im Gebet erlernten Lektionen in die Praxis umgesetzt werden.

78. Geben Sie bitte einige Beispiele fŸr Akte der WohltŠtigkeit im Islam.

UnzŠhlige Beispiele dafŸr kšnnen angegeben werden, denn jede Art des Guten, das man einem Menschen angedeihen last, sogar sich selbst, wenn es dazu fŸhrt, dass man besser in die Lage versetzt wird, anderen zu nutzen, indem man das nutzt, was Gott uns gegeben hat, ist ein Akt der WohltŠtigkeit. Hungrigen Essen zu geben, den Armen zu helfen, sich um Notleidende wie zum Beispiel Waisen zu kŸmmern, Behinderten zu helfen, einem Arbeitslosen zu helfen, Arbeit zu finden etc. sind alles mehr als offensichtliche Beispiele fŸr die vom Islam gelehrte WohltŠtigkeit. Doch er lehrt auch, dass es andere, kleinere Akte der WohltŠtigkeit gibt, fŸr die man jeden Tag Gelegenheit bekommt. Einem anderen in irgendeiner Weise zu helfen, einem Fremden den Weg zu erklŠren, jemandem ein nettes Wort zu sagen, um ihm Mut zu machen, jemandem einen guten Rat zu geben oder sein Wissen mit ihm zu teilen, etwas von der Stra§e entfernen, das einen Unfall verursachen kšnnte, sogar sich einfach davor zurŸckzuhalten, jemandem weh zu tun – das alles sind im Islam Akte der WohltŠtigkeit.

79. Unter WohltŠtigkeit versteht man im Allgemeinen das Geben von Geld oder Almosen an bettelnde Arme und man denkt, dass diese dadurch herabgesetzt werden und sich minderwertig fŸhlen. Im Islam ist das also nicht so?

Ganz sicher nicht. Erstens ist WohltŠtigkeit im Islam viel weiter gefasst, als den Armen Geld zu geben, und kann, wie oben schon beschrieben, genauso gut dort ausgeŸbt werden, wo es keine Armut gibt. Zweitens ist WohltŠtigkeit oder jemandem etwas Gutes zu tun eine Verpflichtung und nicht dazu da, andere zu herabzuwŸrdigen oder von ihnen Dank zu fordern. Der Heilige Koran sagt uns:

ÒEin Wort voller GŸte und Vergebung ist besser als WohltŠtigkeit gefolgt von KrŠnkung É O ihr, die ihr glŠubig seid, vermindert nicht den Wert eurer WohltŠtigkeit durch VorwŸrfe und KrŠnkung wie derjenige, der von seinem Reichtum gibt, damit Leute es sehen ÉÓ (2:263-264)

Drittens sollte WohltŠtigkeit nur aus Liebe zu Gott gegeben werden, aus dem Wunsch heraus, Seiner Schšpfung Gutes zu tun, so wie der Koran Ÿber die Rechtschaffenen sagt:

ÒSie geben dem Armen, der Waise und dem Gefangenen Nahrung aus Liebe zu Ihm, wobei sie sagen: Wir speisen euch nur fŸr Allahs Wohlgefallen — von euch verlangen wir weder Belohnung noch Dank.Ó (76:8,9)

80. Wie wichtig ist WohltŠtigkeit?

Moslems werden sehr stark angehalten, wohltŠtig zu sein; so sehr, dass der Heilige Prophet Mohammed gesagt hat, dass jeder Kšrperteil, sei es HŠnde, FŸ§e oder Zunge,  jeden Tag eine wohltŠtige Tat verŸben soll. Es gibt Ÿberhaupt keinen Menschen, der anderen nicht eine Wohltat zukommen lassen kšnnte. Laut dem Heiligen Propheten sollte jemand, wenn er nichts zu geben hat, arbeiten und Geld verdienen und etwas davon abgeben; wenn er immer noch nichts zu geben hat, sollte er jemandem helfen, der in einer Notlage ist; und wenn er aus irgendeinem Grund nicht in der Lage sein, selbst das zu tun, dann solle er versuchen, das zu tun, was er tun kann und sich davon zurŸckhalten, jemandem zu schaden.

Abgesehen von allgemeiner WohltŠtigkeit hat der Islam eine Art Steuer auf den Besitz eines Menschen verpflichtend gemacht, die als Zakaat bekannt ist, und die fŸr das Wohlergehen der Benachteiligten auszugeben ist. Dies wird in Nr. 83 weiter erlŠutert.

81. Wem gegenŸber kann ein Moslem wohltŠtig sein?

So wie Akte der WohltŠtigkeit die weiteste mšgliche Auslegung im Islam bekommen, ist der Kreis derer, denen gegenŸber WohltŠtigkeit auszuŸben ist, ebenfalls so gro§ wie er nur sein kann. Angefangen mit den Menschen in unserem Umfeld – unsere Verwandten, Freunde und Nachbarn – erstreckt er sich auf alle Moslems und die AnhŠnger anderer Religionen. TatsŠchlich erstreckt sich die WohltŠtigkeit eines Moslems sogar auf Tiere. Der Heilige Koran betont, dass man besonders nach denen Ausschau zu halten, die in Not sind, aber nicht um Hilfe bitten (2:273).

82. Welche Dinge sollten im Rahmen der WohltŠtigkeit gegeben werden?

Im Fall von Akten der WohltŠtigkeit, bei denen etwas gegeben wird, lehrt der Heilige Koran, dass wir gute und nŸtzliche Dinge geben sollten, nicht nutzlose und wertlose, und dass sie die Art von Dingen sein sollten, die wir selber gerne hŠtten (2:267). DarŸber hinaus mŸssen fŸr wohltŠtige Zwecke gespendete Dinge von der gebenden Person rechtmŠ§ig verdient oder erworben worden sein.

83. Bitte erklŠren Sie, was Zakaat ist.

So wie der Islam eine festgelegte Form des Gebets vorschreibt, um uns zu ermšglichen, es regelmŠ§ig beizubehalten, so hat er uns auch eine Šu§ere Form der WohltŠtigkeit gegeben und sie verpflichtend gemacht, um sie zu einer regelmŠ§igen Pflicht zu machen. Diese Šu§ere Form der WohltŠtigkeit ist bekannt als Zakaat und besteht darin,  jedes Jahr einen bestimmten Teil seines Wohlstands in einen Fond einzuzahlen. Dieser Fond wird von der Moslem-Gemeinde oder moslemischen Regierung verwaltet und wird benutzt, um den Armen,  Behinderten, Arbeitslosen und anderen in Not zu helfen. 

84. Ist Zakaat genau wie eine Steuer?

In dem Sinn, dass Zakaat von der moslemischen Regierung erhoben und ausgegeben wird, ist sie wie eine Steuer. Der gro§e Unterschied ist jedoch, dass Zakaat zu zahlen eine religišse Pflicht ist, die aus Gehorsam zu Gott und MitgefŸhl fŸr die Menschen erfŸllt wird. Also ist Zakaat zu zahlen fŸr den Zahlenden moralisch vorteilhaft, weil es in ihm den Geist der Selbstaufopferung entwickelt und GefŸhle der Gier in ihm zŸgelt. Es ist anzumerken, dass das Wort âSteuerÔ eine Belastung bedeutet, Zakaat jedoch etwas bezeichnet, das dich lŠutert.  

85. Warum sind allgemeine WohltŠtigkeit und Zakaat grundlegende Pflichten im Islam?

Weil sie die besten und hšchsten QualitŠten in einem Menschen zutage bringen, was laut dem Islam tatsŠchlich der Sinn unserer Existenz ist. Gott hat jedem Menschen verschiedene FŠhigkeiten und Ressourcen gegeben, wie Wissen, Geld, StŠrke, irgendein Talent oder eine Fertigkeit etc.  Jeder Einzelne muss das, was ihm oder ihr gegeben wurde, einsetzen, um anderen Menschen und dem Rest der Schšpfung Gottes zu nutzen, und nicht um selbstsŸchtigen Zwecken zu dienen. Wenn dieses Prinzip vernachlŠssigt wird, gibt es nicht nur keine Erleichterung der Nšte und Leiden der BedŸrftigen, die zunehmende Selbstsucht des Menschen macht ihn zum Todfeind seiner Mitmenschen; und die Gesellschaft und die Menschheit werden in Fraktionen und Gruppen geteilt, die alle versuchen, sich gegenseitig etwas wegzunehmen.

12. Dschihad

86. Was ist Dschihad?

Dschihad ist ein arabisches Wort, das Òsehr strebenÓ oder sich nach bester Kraft und FŠhigkeit zu bemŸhen bedeutet. Der Heilige Koran hŠlt Moslems hŠufig an, sich sehr zu bemŸhen, wobei die Verwendung des Worts Dschihad dieses BemŸhen bezeichnet.

87. Von welcher Art des Strebens spricht der Heilige Koran?

Der Heilige Koran erwŠhnt die folgenden Zwecke, nach denen ein Moslem sehr streben sollte:

1. NŠhe zu Gott zu erreichen, indem du darum kŠmpfst, schlechte Begierden zu Ÿberwinden;

2. Dem Islam auch unter schwierigen UmstŠnden treu zu bleiben, zum Beispiel, wenn man deshalb mit Verfolgung oder anderen Problemen konfrontiert wird;

3. Sich an der Verteidigung der moslemischen Gemeinde zu beteiligen, wenn sie von einem Feind angegriffen wird, der den Islam zerstšren mšchte.

4. Anderen die Botschaft des Islam zu vermitteln, indem man seine Zeit und sein Geld dieser Arbeit widmet.

88. Kšnnen Sie Passagen aus dem Heiligen Koran zitieren, um das zu veranschaulichen?

Bezugnehmend auf die vier Punkte in der vorhergehenden Antwort, geben wir nachfolgend einige Verse aus dem Koran an, die diese Art des Strebens erwŠhnen. Das Wort, das als âbemŸhenÔ Ÿbersetzt wird ist in all diesen Versen Dschihad.

1. ÒDiejenigen, die sich sehr um Uns bemŸhen, die werden Wir bestimmt auf Unseren Wegen fŸhren.Ó (29:69)

In diesem Vers sagt Gott, dass Er jene auf den rechten Weg fŸhrt, die sehr danach streben, Ihn zu erreichen. Dies ist der Dschihad zur eigenen Weiterentwicklung, indem man Gutes tut und sich schlechter Begierden enthŠlt.  

2. ÒGewiss ist der Herr denen, die fliehen, nachdem sie verfolgt werden, und sich dann sehr bemŸhen und geduldig sind, gewiss ist danach dein Herr denen der BeschŸtzer, der Barmherzige.Ó (16:110)

 

Dieser Vers handelt von Moslems, die in Mekka verfolgt wurden und aus ihrem Heim fliehen mussten. Ihr Dschihad war, geduldig und standhaft zu bleiben, obwohl sie mit schlimmen Schwierigkeiten konfrontiert wurden.

3. ÒDenjenigen, die sich mit Leib und Eigentum auf Allahs Weg einsetzen, wird gegenŸber denen, die sich zurŸckhalten, von Allah ein hoher Rang gegeben werden.Ó (4:95)

 

Dieser Vers bezieht sich auf den Krieg, der von den Moslems gefŸhrt wurde, und sagt aus, dass jene, die mit ihrem Wohlstand und ihrem Leben fŸr diese Sache gekŠmpft haben, einen hšheren Rang einnehmen als diejenigen, die sich zurŸckgehalten haben.

4. ÒBemŸht euch damit (d.h. mit dem Koran) mit grš§ter Anstrengung gegen sie (die UnglŠubigen).Ó (25:52)

Hier wird den Moslems gesagt, sie sollen einen ÔmŠchtigenÕ Dschihad gegen UnglŠubige fŸhren, indem sie ihnen den Koran vermitteln, so dass die dort zu findenden Beweise, Argumente und Schšnheit sie von der Wahrheit des Islam Ÿberzeugen mšgen.

89. Also bedeutet Dschihad nicht den Krieg, der von Moslems gegen Nicht-Moslems gefŸhrt wird?

Nein, ganz sicher nicht. Weder bedeutet das Wort Dschihad Krieg, noch wird es im Heiligen Koran benutzt, um Krieg zu bezeichnen. Sogar als Moslems noch in Mekka lebten, wŠhrend der ersten HŠlfte der Mission des Heiligen Propheten, bevor es einen moslemischen Staat oder eine moslemische Armee gab, befahl Gott ihnen den Dschihad, indem er sagte:

ÒStrebet eifrig fŸr Allah mit gebŸhrendem Einsatz.Ó (22:78)

Das konnte unmšglich bedeuten, jemanden zu bekŠmpfen. Es bedeutete lediglich, nach der NŠhe zu Gott zu streben und die Sache des Islams zu unterstŸtzen.

90. Warum wird das Wort Dschihad auf die Schlachten der frŸhen Moslems angewendet?

Weil diese Schlachten fŸr die blo§e Existenz der Religion des Islams gekŠmpft werden mussten und weil die Moslems sich sehr anstrengen mussten, indem sie ihr Leben riskierten und ihren Besitz aufgaben. An diesen Schlachten teilzunehmen war ein gro§er Kampf, der nur stattfand, um den Islam vor seiner Zerstšrung zu bewahren und aus keinem anderen Grund.

Vor ihrer Emigration (hijra) nach Medina, wŠhrend sie in Mekka lebten, waren die Konvertiten zum Islam schrecklicher Verfolgung und Folter ausgesetzt. Doch sie ertrugen das alles geduldig. Im Koran wurde auch das als Dschihad ihrerseits bezeichnet.  Nachdem die Moslems gezwungen worden waren, nach Medina auszuwandern, entschlossen sich die Gegner des Islams in Mekka, einen Krieg mit ihnen zu fŸhren. Also mussten die Moslems Schlachten zur Selbstverteidigung schlagen. Da sie keine richtige Armee oder AusrŸstung hatten, musste jedes Mitglied der Moslem-Gemeinde alles tun, oder geben, was er oder sie konnte. Sie meldeten sich freiwillig zum Kampf und gaben ihr Geld und ihre BesitztŸmer fŸr den Krieg. Daher wurde dieser Kampf als Dschihad mittels des Lebens und Besitzes bezeichnet.

91. Hei§t das, dass der Islam den Moslems nur aus bestimmten gerechtfertigten GrŸnden erlaubt Kriege zu fŸhren?

Ja, und die GrŸnde sind eindeutig im Heiligen Koran dargelegt. Er sagt:

ÒDie Erlaubnis zu kŠmpfen ist denjenigen gegeben, gegen die Krieg gefŸhrt wird, denn sie werden unterdrŸckt É denen, die ungerechterweise aus ihren HŠusern vertrieben wurden, nur weil sie sagen: Unser Herr ist Allah.Ó (22:39-40)

ÒKŠmpfet auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kŠmpfen, aber seid nicht die Angreifer. Gewiss liebt Allah nicht die Angreifer.Ó (2:190)

Nur aus Selbstverteidigung ist das KŠmpfen im Islam erlaubt und nicht zur Eroberung von Land oder um andere Všlker zu versklaven. Der Heilige Prophet Mohammed hat nur unter diesen Bedingungen Schlachten geschlagen. TatsŠchlich wollten die Moslems zu jener Zeit nicht kŠmpfen, wie der Koran an sie gerichtet sagt:

ÒDas KŠmpfen ist euch auferlegt, obwohl ihr eine Abneigung dagegen habt.ÕÕ (2:216)

 

92. Wenn Dschihad also nicht das FŸhren eines Krieges bedeutet, kann dann jeder Moslem jederzeit an einer Art Dschihad teilnehmen?

Nicht nur das; die Teilnahme an einem Dschihad (oder sich sehr zu bemŸhen) ist essenziell, da der Koran sagt:

ÒDie GlŠubigen sind nur diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben, dann zweifeln sie nicht und setzen sich stark mit ihrem Reichtum und ihrem (eigenen) Leben auf Allahs Weg ein.Ó (49:15)

Die zwei Arten des Dschihad, die zu jeder Zeit unternommen werden kšnnen, sind: Erstens, das stetige Streben, sich selbst zu verbessern, und zweitens, das BemŸhen, die Botschaft des Islam anderen zu bringen. Die Bedeutung des Strebens mit eurem Wohlstand im Fall der ersten Art des Dschihad ist, ihn darauf zu verwenden, anderen zu helfen, und im zweiten, ihn auf die Verbreitung des Islam zu verwenden. Die Bedeutung des BemŸhens mit eurem Leben bedeutet fŸr die erste Art des Dschihad, gegen die niederen und falschen Begierden in einem selbst zu kŠmpfen, und im Fall der zweiten Art des Dschihad bedeutet es, seine Zeit, Talente und Energie zu nutzen, um die Arbeit der Verbreitung des Islams zu unterstŸtzen.

13. Der Heilige Koran

93. Bitte erzŠhlen Sie uns ein bisschen mehr Ÿber den Heiligen Koran, den Sie im ganzen Buch erwŠhnen und zitieren, wŠhrend Sie die Lehren des Islam erklŠrt haben.

Der Heilige Koran ist die heilige Schrift der Moslems. Es ist das Wort Gottes, wie es dem Heiligen Propheten Mohammed bei einer Reihe verschiedener Gelegen-heiten kommuniziert wurde, von der Zeit, ab der Gott ihn zu einem Propheten machte, als er 40 Jahre alt war, bis zu seinem Tod (in den Jahren 609-632 u.Z.). Alle diese Offenbarungen, die zu verschiedenen Zeiten in diesem Zeitraum von 23 Jahren erhalten wurden, wurden in einer bestimmten Reihenfolge vom Heiligen Propheten geordnet und sie stellen den Heiligen Koran dar.

94. Wie kommunizierte Gott seine Botschaften und Worte an den Heiligen Propheten?

Gottes Botschaften werden nicht durch Laute Ÿbertragen, die vom menschlichen Ohr wahrgenommen werden kšnnen, sie kšnnen nur von den inneren, ÔspirituellenÕ Sinnen empfangen werden, Ÿber die alle menschlichen Wesen verfŸgen. In Propheten Gottes sind diese Sinne extrem scharf und sehr gut entwickelt und daher kšnnen sie klare Kommunikationen von Gott empfangen. 

In der physischen Welt finden wir, dass Botschaften Ÿber verschiedene Medien Ÿbertragen werden, wie beispielsweise Luft, die Klang trŠgt, oder Radiowellen, die Radio- und Fernsehsignale Ÿbertragen. In Šhnlicher Weise wird das Wort Gottes dem Propheten durch spirituelle Wesen gebracht, die Engel genannt werden. (Siehe den schon erwŠhnten Abschnitt, der sich mit Engeln befasst.)

Die Offenbarungen im Heiligen Koran wurden dem Heiligen Propheten Mohammed durch den Engel Gabriel in der Form klarer Worte in der arabischen Sprache Ÿberbracht. (Laut dem moslemischen Glauben sprach Gott mit allen Propheten, wie Moses und Jesus, in derselben Weise in ihrer jeweiligen Sprache.)

95. Wie ist der Heilige Koran zu uns herunter gekommen?

Das erfolgte in den folgenden Stufen:

i. — WŠhrend des Lebens des Heiligen Propheten hat er immer, wenn ihm eine Offenbarung gemacht wurde, sie den Menschen verkŸndet; viele seiner AnhŠnger lernten diese dann auswendig und gleichzeitig wurde sie auch schriftlich festgehalten. Da der Heilige Koran laut in šffentlichen Gebeten rezitiert und zu anderen Zeiten hŠufig vorgelesen wurde, war jeder Moslem ziemlich vertraut mit seinem Inhalt und viele konnten ihn komplett auswendig.

ii. — UngefŠhr sechs Monate nach dem Tod des Heiligen Propheten, der sich im Jahr 632 u.Z. ereignete, wurde die Arbeit unternommen, ein vollstŠndiges Exemplar des Korans zusammenzustellen, das alle Schriften enthalten sollte, die in der Gegenwart des Heiligen Propheten erstellt worden waren. Dies erfolgte auf Anweisung des ersten Gebieters der Moslems, Abu Bakr, und mit Hilfe der Schreiber und der WeggefŠhrten des Heiligen Propheten. Auf diese Weise wurde eine Originalvorlage des Heiligen Korans zusammengestellt.

iii. — Etwa 15 Jahre spŠter, als die Herrschaft der Moslems sich weit verbreitet hatte, befahl der dritte Gebieter der Moslems nach dem Heiligen Propheten, mit Namen Uthman, dass weitere Exemplare von dieser Originalvorlage abgeschrieben werden sollten. Diese Abschriften wurden in die gro§en StŠdte der damaligen moslemischen Welt gesandt, um sie als Standardexemplare zu verwahren. Die Moslems haben auch die Praxis des Auswendiglernens von Teilen des Heiligen Korans beibehalten, wobei viele ihn ganz auswendig lernten. Auf diese Weise ist der Heilige Koran Ÿber die Jahrhunderte weitergegeben worden, sowohl in schriftlicher als auch in mŸndlicher Form, wobei seine ursprŸngliche Form intakt erhalten wurde. Weil der Koran jeden Tag in šffentlichen Gebeten und Versammlungen rezitiert wurde, erkannte jedermann denselben Koran.

96. Haben dann also alle Moslems denselben Koran?

Ja. Wegen der vorgenannten GrŸnde ist der Text der Heiligen Schrift der Moslems in seiner ursprŸnglichen Reinheit erhalten worden. TatsŠchlich hat Gott selbst Sein Versprechen gegeben, dass Er Selbst Ÿber dieses Heilige Buch  wachen wŸrde:

ÒGewiss haben Wir die Ermahnung (den Koran) offenbart und gewiss sind Wir ihr HŸter.Ó (15:9)

Alle Moslems, egal welcher Sekte sie angehšren, aus welchem Land sie kommen oder welche Sprache sie sprechen, haben immer genau denselben arabischen Koran, so wie er zu Zeiten des Heiligen Propheten Mohammed war. Keine zwei Exemplare des Heiligen Korans auf der ganzen Welt unterscheiden sich in irgendeiner Weise.

97. Nennen Sie bitte einige Eigenschaften des Heiligen Korans, die ihm einen einzigartigen Platz unter den Heiligen Schriften der Welt geben.

Was allein den Text des Heiligen Korans betrifft, weist er folgende Unterscheidungsmerkmale auf, die nicht in anderen Heiligen Schriften zu finden sind:

i. — Wie oben erwŠhnt, war der Heilige Koran keinen Verlusten oder €nderungen ausgesetzt, seit er zuerst vor vielen Jahrhunderten in die Welt kam, und alle AnhŠnger des Islams haben denselben Koran. 

ii. — Der Heilige Koran ist auch heute noch in der Originalsprache fŸr uns verfŸgbar, in der er offenbart wurde.

iii. — Arabisch, die Sprache des Heiligen Korans, ist immer noch eine lebende Sprache, die von mehr als 100 Millionen Menschen gesprochen und geschrieben wird, und die sich Ÿber die Jahrhunderte nur sehr wenig verŠndert hat. Daher kann jeder Mensch es heute  wie jede andere moderne Sprache erlernen und den Heiligen Koran unmittelbar lesen und verstehen. 

iv. — Die Geschichte der Offenbarung und der Zusammenstellung des Heiligen Korans ist vollstŠndig und eindeutig bekannt, und nicht von Mysterien oder Unsicherheiten ummantelt.

Wir sollten kurz hinzufŸgen, ohne respektlos zu sein, dass andere Heilige Schriften im Lauf der Geschichte vielen Verlusten und VerŠnderungen unterworfen waren. Ihre Originalsprachen sind ausgestorben, so dass nur einige wenige Spezialisten das Wissen haben, den Text unmittelbar zu studieren, und sogar sie sind unsicher, was die Bedeutung vieler Worte in den von ihnen angefertigten †bersetzungen betrifft. Der Ursprung und die Geschichte dieser Schriften sind weitgehend unbekannt und zuverlŠssige Informationen zu ihren Autoren oder Personen, denen sie offenbart wurden, sind nicht verfŸgbar.

98. Gibt es irgendeinen anderen bemerkenswerten Unterschied des Heiligen Korans?

Einer, der genannt werden kšnnte, ist, dass der Heilige Koran uns alles Ÿber sich selbst erzŠhlt. Aus verschiedenen Stellen darin lernen wir, dass es ein Buch ist, dass Koran genannt wird, eine Offenbarung von Gott, kommuniziert an den Heiligen Propheten Mohammed durch den Engel Gabriel in arabischer Sprache. Der Koran sagt uns auch, dass er in Teilen offenbart wurde, nicht auf einmal, und dass die erste Offenbarung dem Heiligen Propheten im Monat des Ramadan gemacht wurde.

Der Heilige Koran verweist mit verschiedenen Namen auf sich selbst, die seine Eigenschaften und die Arbeit, die er tun soll, bezeichnen. Zum Beispiel, al-furqan: was zwischen richtig und falsch unterscheidet, al-Hakim: voller Weisheit, al-nur: das Licht, al-huda: die FŸhrung etc.

Die einzigartigen Eigenschaften, die hier und in der Antwort zur letzten Frage genannt werden, betreffen nur den Text des Heiligen Buchs. Es gibt viele unverkennbare Punkte bezŸglich der Lehren des Heiligen Korans und diese sind Ÿberall in diesem BŸchlein zu finden.

99. Wie ist der Heilige Koran unterteilt?

Was den Gegenstand der Schrift betrifft, so ist er in 114 Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel, auf Arabisch eine Sura genannt, besteht aus einer Reihe von Versen, wobei jeder Vers Ayat genannt wird. Einige Kapitel wurden dem Heiligen Propheten insgesamt oder in gro§en Teilen in den ersten 13 Jahren seiner Mission als er in Mekka lebte, offenbart, und der Rest nach seiner Emigration nach Medina. Kapitel, die generell in Mekka offenbart wurden, werden Makki genannt, und die in Medina offenbarten werden Madani genannt. Obwohl die Kapitel unterschiedlich lang sind, ist der Koran auch in 30 fast gleich gro§e Teile unterteilt, von denen jeder Teil als ein juz (oder separa in Urdu und Persisch) bezeichnet wird. Diese Unterteilung ist einfach dazu da, dem Leser das Lesen des Heiligen Buchs in einem Monat zu ermšglichen.

100. Ist der Heilige Koran in der Reihenfolge angeordnet, in der die verschiedenen Passagen dem Heiligen Propheten offenbart wurden?

Nein. TatsŠchlich ist die erste Offenbarung, die dem Heiligen Propheten gemacht wurde, in Kapitel 96 zu finden, nicht weit vom Ende des Heiligen Korans. Die Reihenfolge, in der die verschiedenen Passagen oder Kapitel offenbart wurden, ist nicht von Bedeutung, besonders nicht fŸr die Menschen, die nach der Zeit des Heiligen Propheten kommen, denn der Koran ist ein vollstŠndiges, konsistentes Buch. Ein Vers ist unabhŠngig vom Zeitpunkt seiner Offenbarung immer gleich wichtig und signifikant. 

101. Es wird gesagt, dass der Heilige Koran nicht in einer ordentlichen Form angeordnet ist, sondern sich in einer desorganisierten Weise mit verschiedenen Themen befasst. Bitte kommentieren Sie das.

Das ist nicht korrekt. Es ist wahr, dass der Koran nicht ein Thema nach dem anderen in einer festgelegten Folge abdeckt, doch das hei§t nicht, dass er keine Anordnung hat. Der Heilige Koran ist nicht wirklich ein Buch von Gesetzen oder Geboten zu verschiedenen Themen, sondern ein Buch, das dazu gedacht ist, den Menschen anzuleiten und ihn von der Wahrheit zu Ÿberzeugen. Sein Grundthema ist die Gro§artigkeit Gottes, dass das Ziel im Leben des Menschen sein sollte, NŠhe zu Ihm zu erlangen, und dass seine Taten, ob gut oder schlecht, immer je nachdem, was sie sind, FrŸchte tragen werden. Alle Themen, mit denen sich der Koran befasst, sind um diese Grundbotschaft herum aufgebaut, die der eigentliche Punkt ist, der stets betont wird.

102. Gibt es eine Anordnung der Themen im Koran?

Ja, die gibt es, und um alle Details zu bekommen, sollte die englische †bersetzung des Heiligen Korans mit Kommentaren des verstorbenen Maulauna Muhammad Ali herangezogen werden. An dieser Stelle mšchten wir kurz darauf hinweisen, dass das Heilige Buch mit dem berŸhmten kurzen Kapitel, Fatiha, beginnt, das eine Art Vorwort ist, die den gesamten Koran und seine Lehren in sieben Versen zusammenfasst. Diesem folgt ein langes Kapitel, das damit beginnt, die fundamentalen Lehren des Islams auszufŸhren, und danach zeigt, warum eine neue Religion zu jener Zeit notwendig war, und wie die AnhŠnger vorheriger Religionen vom Weg abgekommen waren. Dieses und die nŠchsten Kapitel befassen sich dann im Detail mit den islamischen Lehren. Sehr oft folgen im Koran auf in Mekka offenbarte Kapitel, die Prophezeiungen Ÿber den Erfolg des Islam enthalten, Kapitel, die in Medina offenbart wurden, die zeigen, wie diese Prophezeiungen erfŸllt wurden. Es gibt daher eine klare Anordnung der Inhalte im Heiligen Koran.

103. Welche Art von Themen behandelt der Heilige Koran?

Eine enorme Anzahl von Themen. Er erzŠhlt uns von Gott, Seinen Eigenschaften, die Stellung des Menschen im Universum, sein Ziel im Leben und wie dieses Ziel erreicht werden kann, wie wir in Beziehung zu Gott und unseren Mitmenschen stehen. Er gibt Details dazu an, was man glauben sollte und wie es in die Praxis umgesetzt werden sollte. Das nŠchste Leben wird vollstŠndig beschrieben. Geschichten vorheriger Nationen und ihrer Propheten sowie viele Ereignisse aus dem Leben des Heiligen Propheten selbst werden ebenfalls im Koran wiedergegeben. Er gibt Argumente zur EntkrŠftung falscher Glaubensinhalte aller Art und Antworten auf alle mšglichen Fragen und EinwŠnde gegen seine Lehren und den Heiligen Propheten. FŸhrung, Gesetze und Richtlinien zu alltŠglichen Themen wie Familienleben, GeschŠfte, die Gesetze, Krieg und Frieden, Rechte der Frauen, Hygiene, Regierung und Demokratie usw. kšnnen ebenfalls im Heiligen Buch gefunden werden. Wenn er sich mit einem Thema befasst, gibt der Heilige Koran GrŸnde, Argumente und Beweise an, um seine Lehren zu unterstŸtzen, und er fordert diejenigen, die nicht mit ihm einverstanden sind, auf, Beweise fŸr ihre Ansichten anzufŸhren.  

104. Gibt der Heilige Koran irgendeinen Beweis, um seinen Anspruch zu stŸtzen, das Wort Gottes zu sein, und nicht die Gedanken eines Menschen?

Ja, tatsŠchlich. Der Koran will nicht, dass ein Mensch irgendetwas ohne Grund und Beweis akzeptiert. Die Beweise, die er zu diesem Punkt anfŸhrt, sind wie folgt:

i. — Der Heilige Koran enthŠlt so erhabene Prinzipien und tiefgreifendes Wissen, das im siebten Jahrhundert, als er offenbart wurde, keinem Menschen hŠtte bekannt sein kšnnen. Sie konnten auch einem Mann wie Mohammed (Friede sei mit ihm) nicht bekannt gewesen sein oder von ihm entdeckt werden, denn er konnte weder lesen noch schreiben und lebte in einem Land, das sehr rŸckstŠndig und von der Zivilisation jener Zeit abgeschnitten war.

ii. — Die moralische Lehre des Heiligen Korans brachte einen vollstŠndigen und erstaunlichen Wandel zum Besseren in den Menschen eines gesamten Landes, eine Reform, die durch menschliche Lehren unmšglich erschien.

iii. — Prophezeiungen im Heiligen Koran, dass der Heilige Prophet Mohammed Ÿber seine Gegner triumphieren wŸrde, die zu einer Zeit gemacht wurden, als er kaum AnhŠnger oder Freunde hatte, wurden alle innerhalb kurzer Zeit wahr. Und viele Prophezeiungen im Koran Ÿber die weitere Zukunft sind in modernen Zeiten wahr geworden.  

iv. — Die Sprache und der literarische Stil des Heiligen Korans waren so herausragend, dass die Gegner des Heiligen Propheten, zu denen gro§e Dichter und Meister der arabischen Sprache zŠhlten, ihr nicht gleichkommen konnten, obwohl sie dazu herausgefordert worden waren.

Aus all diesen GrŸnden bildet der Koran eine fŸr alle Zeiten bestehende Herausforderung fŸr all jene, die denken, er sei nicht das Wort Gottes, auch nur ein Kapitel einer Schrift hervorzubringen, das ihm ebenbŸrtig ist.

105. Welche Position nimmt der Heilige Koran fŸr Moslems ein?

Der Heilige Koran ist fŸr Moslems die endgŸltige und hšchste AutoritŠt in allen Angelegenheiten. Er ist die grundlegende Quelle der Lehren des Islam.  Wenn festgestellt werden soll, ob ein bestimmter Glaubensinhalt oder eine Praxis Teil des Islams ist oder nicht, hat das Urteil des Korans die hšchste PrioritŠt und muss akzeptiert werden, auch, wenn es gegen die allgemeine Praxis oder die WŸnsche des Einzelnen geht.  Wenn ein Moslem unsere Meinung bezŸglich der Bedeutung eines Verses des Korans nicht teilt, mŸssen wir seine Ansichten doch respektieren, wenn er Argumente aus dem Heiligen Buch angibt, die seine Meinung stŸtzen.

14. Das Hadith

106. Was ist das Hadith?

Der Begriff Hadith Literatur (oder auch nur manchmal Hadith) bezieht sich auf eine Reihe historischer BŸcher, die Berichte Ÿber die AussprŸche, Handlungen und das Vorbild des Heiligen Propheten Mohammed enthalten, durch die er seinen AnhŠngern zeigte, wie die Lehren des Heiligen Korans in die Praxis umzusetzen sind.

107. Was bedeutet das Wort Hadith?

Hadith bedeutet einfach nur Spruch. Wenn er als Begriff in der Religion des Islams verwendet wird, bezeichnet ein Hadith einen Bericht dessen, was der Heilige Prophet Mohammed bei einer bestimmten Gelegenheit sagte oder tat. In englischen BŸchern zum Islam wird auch das Word Tradition benutzt um ein Hadith zu bezeichnen. Das Wort Hadith wird auch fŸr die BŸcher verwendet, die diese Berichte enthalten.

108. Nennen Sie bitte einige BŸcher des Hadith.

Die beiden berŸhmtesten Werke des Hadith sind: Sahih Bukhari und Sahih Muslim. Beide sind nach der Person benannt, die es zusammengestellt hat, d.h. Bukhari und Muslim. Das Wort Sahih in diesen Titeln  bezieht sich auf die Tatsache, dass diejenigen, die diese BŸcher zusammengestellt haben, soweit sie konnten, echte Berichte Ÿber den Heiligen Propheten von unbegrŸndeten und unzuverlŠssigen Geschichten ausgesiebt und nur die vertrauenswŸrdigen aufgenommen haben. Es gibt viele andere BŸcher des Hadith, die nach ihren Zusammenstellern benannt sind, wie Tirmizi, Abu Dawud und das Musnad von Ahmad Ibn Hanbal.

109. Wie kam es, dass diese BŸcher zusammengestellt wurden?

Es gab viele Lehren des Heiligen Korans, die der Heilige Prophet durch seine Praktiken und Handlungen veranschaulichen musste (wie die DurchfŸhrung des salaat). Seine AnhŠnger lernten von ihm und machten nach, was er vormachte, und lehrten dann durch ihr Vorbild die nŠchste Generation, wie diese Praktiken auszuŸben waren. Neben dieser praktischen Seite wurden auch die AussprŸche des Heiligen Propheten zu verschiedenen Themen und die Details der Dinge, die er bei verschiedenen Gelegenheiten tat,  von denen in Erinnerung behalten, die ihn sahen und hšrten.  Diese erzŠhlten dann anderen Menschen von all diesen Dingen. Doch anders als im Heiligen Koran wurden diese Details gewšhnlich nicht schriftlich festgehalten.

Also wurden diese Traditionen durch praktische Beispiele (wie im Fall des Gebets) oder in mŸndlicher Form von einer Generation zur anderen weitergegeben. UngefŠhr 150 Jahre nach dem Tod des Heiligen Propheten entschlossen sich einige Gelehrte all diese Traditionen bis zu ihm zurŸckzuverfolgen, indem sie die Reihe der Menschen zurŸckverfolgten, die jeden Bericht von der Zeit des Heiligen Propheten bis zur damaligen Zeit weitergegeben hatten. Aus ihrer gro§artigen Forschung stellten sie die BŸcher des Hadith zusammen, die wir heute haben.   

110. Also haben diejenigen, die das Hadith zusammengestellt haben, nicht nur alles aufgezeichnet, was sie von Menschen als Ausspruch oder Tat des Heiligen Propheten Ÿberliefert bekamen?

Nein, sie untersuchten jeden einzelnen Bericht zu einem Ausspruch oder einer Handlung des Heiligen Propheten, um zu prŸfen, ob die Namen aller an der Weitergabe beteiligten Personen bekannt waren. Sie untersuchten auch das Leben und den Charakter all dieser Personen, um herauszufinden, ob sie Gelegenheit haben kšnnten, den Ausspruch von einem anderen zu hšren und dann weiterzugeben, und ob sie vertrauenswŸrdig waren und ein gutes GedŠchtnis hatten. Bukhari und Muslim waren in dieser †berprŸfung strenger als andere Aufzeichner, bevor sie einen Bericht als echt anerkannten. Das ist der Grund, warum diese beiden BŸcher als die zuverlŠssigsten der Hadith-Sammlungen erachtet werden, wobei Bukhari die hšchste ZuverlŠssigkeit zugesprochen wird.

111. Welche Themen werden in der Hadith-Literatur abgedeckt?

Die Berichte in den Hadith BŸchern sind vorwiegend von folgender Art:

i. — AussprŸche des Heiligen Propheten Mohammed Ÿber die grundsŠtzlichen Lehren und Praktiken des Islams, wie GlaubenssŠtze, Gebet, Fasten etc.

ii. — Seine AussprŸche zu verschiedenen praktischen Aspekten des Lebens, wie Familie, GeschŠftsbeziehungen, das Gesetz Essen und Trinken, moralische QualitŠten etc.

iii. — Abgesehen von den AussprŸchen, die Handlungen und das persšnliche Vorbild des Heiligen Propheten, die seine Lehren bildhaft machen und zeigen, wie er sie in die Praxis umgesetzt hat (z.B. Berichte darŸber, wie er seine Gebete gesprochen hat, was er wŠhrend der Fastentage tat, wie er fŸr wohltŠtige Zwecke gespendet hat usw.)

iv. — Berichte darŸber, welche Art Mensch der Heilige Prophet Mohammed war, zu seinem tŠglichen Leben, seinem edlen Charakter, seinen Beziehungen zu Freund und Feind, zu wichtigen Ereignissen in seinem Leben etc.

v. — Prophezeiungen des Heiligen Propheten, die sich mit der Zukunft des Islams, der Moslems und ganz allgemein der Zukunft befassen.

112. Sind alle aufgezeichneten Berichte im Hadith wahr und authentisch?

Nein, nicht jeder einzelne. Die Menschen, die diese Berichte mŸndlich Ÿberliefert haben, bevor sie gesammelt wurden, machten in einigen FŠllen Fehler. Es gibt auch einige Berichte zu AussprŸchen, die in den BŸchern des Hadith aufgezeichnet wurden, die der Heilige Prophet mšglicherweise nie gemacht hat. Dennoch ist die Masse der Berichte, besonders jene, die in Bukhari und Muslim enthalten sind, authentisch. Die Lehren, die der Heilige Prophet durch sein Beispiel veran-schaulichte (z.B. wie die Gebete auszuŸben sind), wurden von einer so gro§en Zahl von Menschen nachgeahmt, dass es an ihrer AuthentizitŠt Ÿberhaupt keinen Zweifel geben kann. In Šhnlicher Weise wurden viele seiner AussprŸche von einer Reihe seiner GefŠhrten auswendig gelernt und Ÿberliefert, nicht nur von einer Person, und sie wurden unter den Moslems von Anfang an gut bekannt.  

113. Ist es fŸr einen Moslem notwendig, an Hadith zu glauben und es zu befolgen?

Ja, besonders an den Teil, der sich auf die Beachtung der Religion und das praktische Leben bezieht. Man muss jedoch immer daran denken,  dass Hadith eine weitergehende ErklŠrung der Lehren des Heiligen Korans sein soll. Jeder Bericht im Hadith, der gegen den Heiligen Koran zu gehen scheint, muss sorgfŠltig untersucht werden, um zu sehen, ob er so ausgelegt werden kann, dass er dem Heiligen Buch nicht widerspricht und falls das nicht mšglich ist, ist er abzulehnen.

15. Moslemischer Verhaltenskodex

114. GemŠ§ der Lehren des Islams, muss ein Mensch abgesehen davon, den rechten Glauben zu haben, auch noch Gutes tun?

Gutes zu tun und den rechten Glauben zu haben gehen im Islam Hand in Hand. TatsŠchlich ist das Gute, das praktisch getan wird, der Beweis dafŸr, dass man den rechten Glauben im Herzen trŠgt. Deshalb spricht der Heilige Koran von wahren Moslems sehr oft als ãdiejenigen, die glauben und gute Taten vollbringenÒ. Sowohl der Koran als auch der Heilige Koran haben den Moslems gesagt, dass der Beste unter ihnen derjenige ist, der gegenŸber anderen Menschen das beste Verhalten zeigt.

115. Bitte geben Sie eine Liste einiger der guten Eigenschaften, die ein Moslem versuchen muss, sich anzueignen.

Nachstehend geben wir in den Worten des Heiligen Korans und des Heiligen Propheten Mohammed die Haupteigenschaften an, die ein Moslem an den Tag legen sollte:

1. — Wahrhaftigkeit:

ÒO ihr, die ihr glŠubig seid! ErfŸllet eure Pflicht gegen Allah und sprechet ehrliche Worte.Ó (Heiliger Koran 33:70)

ÒO ihr, die ihr glŠubig seid, erfŸllet eure Pflicht gegen Allah und gehšret zu den Wahrheitsliebenden.Ó (9:119)

ÒO ihr, die ihr glŠubig seid, erhaltet die Gerechtigkeit aufrecht und leget Zeugnis fŸr Allah ab, auch wenn es gegen euch selbst sei oder gegen (eure) Eltern oder nahe Verwandte, sei er reich oder arm.Ó (4:135)

2. — Aufrichtigkeit:

ÒDiene Allah und sei ehrlich gegen Ihn im Gehorsam.Ó (39:2)

ÒEs ist das Hassenswerteste im Angesicht Allahs, zu sagen, was ihr nicht tut (61:3)

ÒWehe den Betenden, die achtlos sind in ihrem Gebet, die Gutes tun, um gesehen zu werden.Ó (107:4-6)

3. — Selbstlosigkeit/UneigennŸtzigkeit:

ÒIhr kšnnt keine Rechtschaffenheit erlangen, wenn ihr nicht (in WohltŠtigkeit) von dem gebt, was ihr liebt.Ó (3:92)

ÒSie (die wahren GlŠubigen) geben dem Armen, der Waise und dem Gefangenen Nahrung aus Liebe zu Ihm, wobei sie sagen: Wir speisen euch nur fŸr Allahs Wohlgefallen — von euch verlangen wir weder Belohnung noch Dank.Ó (76:8-9)

ÒTue keinen Gefallen um des Gewinnes willen.Ó (74:6)

4. — Bescheidenheit/Demut:

ÒDie Diener des WohltŠters (Allah) sind diejenigen, die demŸtig auf Erden gehen.Ó (25:63)

ÒWende nicht dein Gesicht verachtungsvoll von Leuten ab, und gehe nicht frohlockend im Land herum.Ó (31:18)

ÒSchreibt euch keine Reinheit zu. Allah kennt denjenigen am besten, der sich vor dem Bšsen hŸtet.Ó (53:32)

5. — Geduld:

ÒÉ und Allah liebt diejenigen, die geduldig sind.Ó (3:146)

҆berbringet den Geduldigen die frohe Botschaft, denen, die sagen, wenn ihnen ein Missgeschick widerfŠhrt; gewiss sind wir Allahs und zu Ihm werden wir zurŸckkehren.Ó (2:155-156)

6. — Vergebung:

ÒÉverzeihet (Menschen) und Ÿbersehet (ihre Fehler). Gefiele es euch nicht, wenn Allah euch vergŠbe?Ó (24:22)

Ò(Die Pflichtbewussten sind) É diejenigen, die ihren Zorn beherrschen und Menschen vergeben. Allah liebt diejenigen, die (anderen) Gutes tun.Ó (3:134)

ÒWenn sie (wahre GlŠubige) zornig sind, vergeben sie.Ó (42:37)

ÒDie Vergeltung des Bšsen ist Strafe, die ihm gleicht. Doch wer (ein †bel, das an ihm verŸbt wurde) vergibt und (Angelegenheiten) wiedergutmacht, dessen Belohnung ist bei Allah. É Wer geduldig ist und vergibt – das ist gewiss eine Angelegenheit von gro§er Entschlossenheit.Ó (42:40, 43)

Als der Heilige Prophet Mohammed seine Feinde in Mekka besiegte und als Eroberer in die Stadt zurŸckkehrte, vergab er ihnen mit den folgenden Worten:

ÒAn diesem Tag sei kein Tadel gegen dich. Allah mšge euch vergeben und Er ist der Barmherzigste unter denen, die barmherzig sind.Ó (12:92)

7. — Reinheit und Reinlichkeit:

ÒWer sich reinigt (in Geist und Kšrper), der ist wahrlich erfolgreich, und wer des Namens seines Herrn gedenkt, betet dann.Ó (87:14-15)

ÒReinige deine GewŠnder und meide Unreinheit.Ó (74:4-5)

8. — Ehrlichkeit:

ÒNŠhert euch nicht dem Besitztum der Waise, es sei denn, dass es zum Guten geschieht, bis sie volljŠhrig wird. Und erfŸllet das Versprechen (das ihr gebt) É Gebet volles Ma§, wenn ihr ausmesst, und benutzet das richtige Gewicht beim Wiegen.Ó (17:34-35)

ÒVerschlinget nicht euer Eigentum unter euch auf unrechte Art und erbittet euch nicht damit Zugang zu denen mit Amtsgewalt, so dass ihr einen Teil des Eigentums von anderen widerrechtlich verschlingt, wenn ihr euch dessen bewusst seid.Ó (2:188)

9. — Gutherzigkeit und LiebenswŸrdigkeit gegenŸber anderen:

ÒAllah erlegt euch Gerechtigkeit und das Vollbringen guter Werke fŸr andere und Freigiebigkeit gegen Anverwandte auf.Ó (16:90)

Drei Stufen, Gutes zu tun, werden hier erwŠhnt: ÒGerechtigkeitÓ, was bedeutet, alles Gute, das jemand dir tut, gleicherma§en zu vergelten: Òanderen Gutes tunÒ, was bedeutet, die Initiative zu Ÿbernehmen und anderen Gutes zu tun, und Òden Verwandten zu gebenÓ, was bedeutet, Menschen genauso instinktiv und natŸrlich Gutes zu tun wie den eigenen engen Verwandten.

ÒTut anderen Gutes. Gewiss liebt Allah diejenigen, die (anderen) Gutes tun.Ó (2:195)

10. — RŸcksichtnahme und Respekt fŸr andere:

ÒO ihr, die ihr glŠubig seid! Betretet keine HŠuser au§er eure eigenen, bis ihr um Erlaubnis gebeten und ihre Bewohner begrŸ§t habt. É und wenn euch gesagt wird, Kehret um, dann kehret um.Ó (24:27-28)

ÒO ihr, die ihr glŠubig seid! Meidet weitgehend den Argwohn, denn in manchen UmstŠnden ist Argwohn (gegenŸber anderen) gewiss SŸnde; und bespitzelt (andere) nicht, und lasset nicht zu, das einige von euch andere verleumden.Ó (49:12)

ÒWenn ihr mit einem Gru§ begrŸ§t werdet, grŸ§et mit einem besseren oder erwidert ihn (mindestens mit einem ebensolchen).Ó (4:86)

11. — Tapferkeit:

Von einer kleinen Anzahl Moslems, die einem gro§en und mŠchtigen Feind gegenŸberstanden, berichtet der Koran:

ÒDiejenigen, denen Menschen sagten: Gewiss haben sich Leute gegen euch versammelt, darum fŸrchtet sie; aber ihr Glaube wurde dadurch gestŠrkt, und sie sagten: Allah genŸgt uns und Er ist ein vorzŸglicher BeschŸtzer.Ó (3:173)

12. — MŠ§igung:

ÒEsset und trinket, aber seid nicht unmŠ§ig.Ó (7:31)

ÒKette deine Hand nicht an deinen Hals (so dass du zu viel ausgibst), strecke sie auch nicht bis zum €u§ersten aus (so dass du alles verschwendest).Ó (17:29)

In Bezug auf die AusŸbung religišser Pflichten, hat uns der Heilige Prophet den folgenden Rat gegeben:

ÒReligion ist leicht, aber jeder, der sich zu sehr der religišsen Andacht hingibt, wird davon ŸberwŠltigt werden; also solltet ihr euch richtig verhalten und das Mittelma§ einhalten und guten Mutes sein und morgens, abends und in einem Teil der Nacht um Allahs Hilfe bitten(Bukhari)

13. — Heiterkeit:

ÒSeid frohen Mutes.Ó (Heiliger Prophet in Bukhari.)

ÒEs ist ein Akt der WohltŠtigkeit, deinen Mitmenschen mit einem fršhlichen Gesicht zu begegnen.Ó (Heiliger Prophet in Mishkat.)

Abschlie§end zitieren wir einen Vers des Heiligen Korans, in dem eine Reihe von Eigenschaften genannt werden, die ein Moslem, egal ob Mann oder Frau, versuchen sollte sich anzueignen:

 

ÒDie wahrheitsliebenden MŠnner und die wahrheitsliebenden Frauen, die geduldigen MŠnner und die geduldigen Frauen, die demŸtigen MŠnner und die demŸtigen Frauen, die wohltŠtigen MŠnner und die wohltŠtigen Frauen, die fastenden MŠnner und die fastenden Frauen, die MŠnner, die ihre Keuschheit bewahren und die Frauen, die ihre Keuschheit bewahren, die MŠnner, die Allahs oft gedenken und die Frauen, die Allahs oft gedenken – fŸr all diese hat Allah Vergebung und eine gro§e Belohnung bereitet.Ó (33:35)

116. Wie soll gemŠ§ dem Islam ein Moslem die Menschen in seinem Umfeld behandeln?

Der Heilige Koran und das Hadith erwŠhnen verschiedene Kategorien von Menschen, mit denen man sich befassen muss, und geben eine Reihe von RatschlŠgen, wie man sich ihnen gegenŸber verhalten soll.

1. — Eltern und Šltere Menschen:

ÒDein Herr hat bestimmt, dass ihr keinem anderen dienen sollt als Ihm, und dass ihr den Eltern Gutes tun sollt. Wenn einer von ihnen oder beide das Greisenalter bei euch erreichen, saget nicht ÔPfuiÕ zu ihnen und scheltet sie nicht, sondern schenket ihnen ein freundliches Wort É und sage: Mein Herr, habe Barmherzigkeit mit ihnen, denn sie haben mich aufgezogen, als ich klein war.Ó (17:23-24).

ÒDer Heilige Prophet sagte âEs ist eine der grš§ten SŸnden eines Menschen, seine Eltern zu verfluchenÔ. Jemand sagte ÔWie kann jemand seine eigenen Eltern verfluchen?Õ Der Heilige Prophet antwortete ÔWenn ein Mann den Vater eines anderen beschimpft, wird diese Person (im Gegenzug) seine Eltern beschimpfenÔ.Ó (Bericht in Bukhari.)

2. — Andere nahe Verwandte:

ÒSeid gŸtig zu den nahen Verwandten.Ó (4:36)

ÒGebet den nahen Verwandten, was ihnen gebŸhrt, und den Notleidenden und dem Wanderer (der Hilfe braucht).Ó (17:26).

3. — Kinder:

ÒTštet eure Kinder nicht aus Angst vor Armut — Wir (Allah) sorgen fŸr sie und fŸr euch.Ó (17:31)

ÒEin Mann kam zum Heiligen Propheten und sagte; âDu kŸsst Kinder, aber wir kŸssen sie nichtÔ. Der Heilige Prophet sagte: âHabe ich irgendeine Kontrolle Ÿber dich, wenn Allah Gnade aus deinem Herzen genommen hatÕ.Ó (Bericht in Bukhari.)

4. — Waisen und notleidende Kinder:

ÒErhaltet die Waisen von ihrem Besitz und kleidet und erziehet sie wohl. PrŸfet sie, wenn sie volljŠhrig sind, und wenn ihr sie fŸr reif befindet, Ÿberschreibt ihnen ihre BesitztŸmer.Ó (4:5-6)

ÒIch und der Mann, der eine Waise aufzieht, werden im Paradies so sein,Ò sagte der Heilige Prophet, wobei er seinen Zeigefinger und seinen Mittelfinger zusammenlegte. (Bericht in Bukhari.)

5. — Arme und HilfsbedŸrftige:

ÒRechtschaffen ist derjenige, der É Reichtum aus Liebe zu Ihm an seine nŠchsten Verwandten gibt und an die Waisen und die Notleidenden und den Wanderer und an diejenigen, die darum bitten, und der Sklaven befreit.Ó (2:177)

ÒWas wird dich verstehen lassen, was der Weg bergaufwŠrts (zum Erfolg) ist? (Er ist) die Befreiung eines Sklaven, oder an einem Hungertag die Speisung einer nahverwandten Waise oder des Armen, der im Staub liegt.Ó (90:12-16)

ÒHast du denjenigen gesehen, der die Religion verleumdet? Der ist es, der die Waise grob behandelt, und der nicht zur Speisung der NotdŸrftigen anspornt.Ó (107:1-3)

Ò(Die wahren GlŠubigen sind die,) von deren Reichtum es einen bekannten Anteil fŸr den Bettler und den Mittellosen gibt.Ó (70:24-25)

ÒDie Person, die Dinge fŸr die Witwe und die Armen regelt, ist wie die, die sich sehr auf dem Weg Allahs bemŸht.Ó (Heiliger Prophet in Bukhari.)

6. — Nachbarn:

ÒSeid gŸtig zu É dem Nachbarn eurer Verwandten und dem fremden Nachbarn.Ó (4:36)

ÒDer ist kein GlŠubiger, der seinen Magen fŸllt, wŠhrend sein Nachbar hungrig ist.Ó (Heiliger Prophet in Hadith.)

ÒDer Engel Gabriel ermahnte mich immer weiter, den Nachbarn gut zu behandeln und zwar so sehr, dass ich dachte, er wŸrde sie zu Erben des Besitzes eines Menschen machen.Ó (Heiliger Prophet in Bukhari.)

7. — Ehefrauen/EhemŠnner:

ÒSie (eure Frauen) sind euch ein schmŸckendes Gewand, so wie ihr ihnen ein schmŸckendes Gewand seid.Ó (2:187)

ÒUnd zu Seinen (Allahs) Zeichen gehšrt, dass Er Partner fŸr euch aus euch selbst erschuf, auf dass ihr GemŸtsruhe bei ihnen finden mšget, und Er tat Liebe und MitgefŸhl zwischen euch.Ó (30:21)

ÒDie besten unter euch sind diejenigen, die am gŸtigsten zu ihren Ehefrauen sind.Ó (Heiliger Prophet in Tirmizi.)

Ein Mann erzŠhlte:

ÒIch fragte Aishah (Ehefrau des Heiligen Propheten): Was hat der Prophet getan, wenn er in seinem Haus war? Sie sagte ÔEr diente seiner Frau, das hei§t, dass er fŸr seine Frau arbeitete.Ó (Bericht in Bukhari.)

8. — Arbeitnehmer/Arbeitgeber:

 

Ò(Die wahren GlŠubigen) sind diejenigen, die ihnen Anvertrautes und ihre VertrŠge hŸten.Ó (23:8)

ÒAnvertrautesÓ umfasst die Pflichten und die anderen Dinge, die ein Arbeitgeber seinem Angestellten anvertraut; ÒVertrŠgeÓ beinhalten den Vertrag, an den sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer gebunden sind.

ÒAllah sagt: Es gibt drei Personen, deren Gegner ich am Tag des JŸngsten Gerichts sein werde É (die dritte ist) die Person, die einen Diener beschŠftigt und seine volle Arbeitskraft von ihm bekommt, aber seinen Lohn nicht bezahlt.Ó (Heiliger Prophet in Bukhari.)

Ans, ein GefŠhrte des Heiligen Propheten, berichtete:

ÒIch diente dem Heiligen Propheten zehn Jahre lang und er sagte niemals, ÔpfuiÕ, noch sagte er jemals ÔWarum hast du dies getanÕ oder ÔWarum hast du das nicht getanÕ.Ó (Bericht in Bukhari.)

9. — Tiere

ÒEs gibt kein Tier auf Erden und auch keinen Vogel, der mit zwei FlŸgeln fliegt, die nicht so wie ihr Gemeinschaften bilden (ihr Menschen).Ó (6:38)

Jemand fragte den Heiligen Propheten: ÒGibt es fŸr uns eine Belohnung (von Allah) dafŸr, dass wir Tieren Gutes tun?Ó Er antwortete:

ÒIn jedem Tier, das eine Leber hat, die frisch mit Leben erfŸllt ist, gibt es eine Belohnung.Ó (Heiliger Prophet in Mishkat.)

ÒBeachte deine Pflicht gegenŸber Allah in Bezug auf dumme Tiere: reite sie, wenn sie in einem (dafŸr) angemessenen Zustand sind, und esse sie, wenn sie in einem (dafŸr) angemessenen Zustand sind.Ó (Heiliger Prophet in Abu Dawud.)

ÒWer ein Feld pflŸgt und Všgel und Tiere essen dann davon, dann ist das ein Akt der WohltŠtigkeit.Ó (Heiliger Prophet in Musnad von Ahmad.)

10. — €mter/Obrigkeit:

BezŸglich der Wahl und Ernennung von Menschen in eine Position mit AutoritŠt sagt der Koran:

ÒAllah befiehlt euch, denjenigen Vertrauen entgegenzubringen, die dessen wŸrdig sind.Ó (4:58)

Einige andere Prinzipien sind wie folgt:

ÒGehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und denen aus euren Reihen, denen AutoritŠt gegeben ist; wenn ihr euch dann um eine Sache streitet (mit der AutoritŠt),  Ÿbergebet sie Allah und dem GesandtenÓ (4:59), i.e. lege den Disput mittels des Heiligen Korans und des Beispiels des Heiligen Propheten bei.

ÒGehorsam (gegenŸber der Obrigkeit) ist nur in guten Angelegenheiten zu erwartenÓ, d.h. Befehle, etwas Falsches zu tun, mŸssen nicht befolgt werden. (Heiliger Prophet in Bukhari.)

Das erste Staatsoberhaupt der Moslems nach dem Heiligen Propheten, der berŸhmte Hazrat Abu Bakr, sagte in einer Rede nach seiner Wahl:

ÒHelft mir, wenn ich im Recht bin. Korrigiert mich, wenn ich im Unrecht bin. Gehorcht mir, solange ich Allah und seinem Gesandten gehorche; falls ich Allah und seinem Gesandten nicht gehorche, habe ich nicht das Recht, von euch Gehorsam zu erwarten.Ó

ÒDer herausragendste Dschihad ist, im Angesicht eines ungerechten Herrschers die Wahrheit zu sprechen.Ó (Heiliger Prophet in Mishkat.)

11. — Moslems:

ÒHaltet alle zusammen am Bund mit Allah fest und seid nicht entzweit. Und gedenket Allahs Gunst an euch, als ihr Feinde wart, dann vereinigte Er eure Herzen, so dass ihr durch Seine Gunst BrŸder wurdet.Ó (3:103)

ÒDie GlŠubigen sind BrŸder, darum stiftet Frieden zwischen euren BrŸdern É Tadelt auch die eurigen nicht und redet einander nicht mit Schimpfnamen an.Ó (49:10-11)

ÒHelfet einander in Rechtschaffenheit und Fršmmigkeit und helfet einander nicht in SŸnde und Streitsucht.Ó (5:2)

ÒHasst einander nicht und seid nicht neidisch aufeinander und boykottiert einander nicht, und seid Diener Allahs, wie BrŸder; und es ist nicht rechtens fŸr einen Moslem, seine Beziehung zu seinem Bruder fŸr mehr als drei Tage abzubrechen.Ó (Heiliger Prophet in Bukhari.)

ÒDu wirst die GlŠubigen erkennen an ihrer Gnade fŸreinander und an ihrer Liebe fŸreinander und an ihrer GŸte fŸreinander, wie beim menschlichen Kšrper: Wenn ein Glied leidet, fŸhlt es der ganze Kšrper, wobei ein Teil die anderen zu Schlaflosigkeit und Fieber aufruft.Ó (Heiliger Prophet in Bukhari.)

ÒKeiner von euch hat Glauben bis er fŸr seinen Bruder das liebt, was er fŸr sich selber liebt.Ó (Heiliger Prophet in Bukhari.)

12. — Diejenigen, die Moslems beschimpfen:

ÒDarum ertrage geduldig, was sie (die Schimpfenden) sagen.Ó (20:130)

ÒBeachte nicht ihr lŠstiges Gerede.Ó (33:48)

ÒWenn ihr hšrt, dass Allahs Botschaften abgelehnt und verspottet werden, setzt euch nicht zu ihnen bis sie sich anderen Themen zuwenden.Ó (4:140)

ÒUnd wenn ihr ihnen FŸhrung anbietet, hšren sie nicht; und du siehst, wie sie ihre Blicke auf dich werfen, aber trotzdem sehen sie nicht. Wende dich der Vergebung zu und erlege das Gute auf und wende dich von den Unwissenden ab.Ó (7:198-199)

ÒDer Gesandte Allahs und seine GefŠhrten vergaben gewšhnlich den Gštzendienern und den AnhŠngern des Buches (Juden und Christen), wie Allah es ihnen befohlen hatte, und sie zeigten sich fŸr gewšhnlich geduldig, wenn sie schmerzliche Worte hšrten.Ó (Bericht in Bukhari.)

13. — Feinde:

ÒHalte das Bšse mit dem Besten fern, und siehe da, derjenige, der in Feindschaft mit dir lebt, wŠre so, als wŠre er ein warmherziger Freund.Ó (41:34)

ÒViele von den Leuten des Buches wŸnschen, dass sie euch wieder zu UnglŠubigen machen kšnnten, nachdem ihr geglaubt habt, aus ihrem eigenen Neid É Doch verzeiht und vergebt.Ó (2:109)

ÒUnd du wirst stets in ihnen auf Verrat treffen mit Ausnahme von einigen von ihnen. Darum verzeihe und vergib ihnen. Gewiss liebt Allah diejenigen, die anderen Gutes tun.Ó (5:13)

14. — Nicht-Moslems:

ÒAllah verbietet es euch nicht, diejenigen, die euch nicht eurer Religion wegen bekŠmpfen und die euch nicht aus euren Wohnungen vertreiben, gŸtig und gerecht zu behandeln. É Allah verbietet euch nur, euch mit denjenigen zu befreunden, die euch eurer Religion wegen bekŠmpfen und die euch aus euren Wohnungen vertreiben und die (anderen) darin behilflich sind, euch auszuweisen.Ó (60: 8,9)

ÒWas sie (Menschen anderer Religionen) an Gutem auch vollbringen, es wird ihnen (von Allah) nicht abgestritten werden, und Allah wei§, wer die Rechtschaffenen sind.Ó (3:115)

ÒO ihr, die ihr glŠubig seid, seid aufrichtig fŸr Allah und gerecht, wenn ihr ein Zeugnis ablegt; und lasset nicht den Hass auf ein Volk euch dazu anreizen, ungerecht zu handeln. Seid gerecht; das ist der ErfŸllung der Pflicht nŠher.Ó (5:8)

ÒRufe (andere) mit Weisheit und gutem Zureden zum Weg deines Herrn auf und disputiere mit ihnen auf die beste Weise.Ó (16:125)

ÒStreite nicht mit den Leuten des Buches (Juden, Christen und andere Všlker, die heilige Schriften haben), es sei denn mit dem, was am besten ist, au§er solchen von ihnen, die ungerecht handeln. Sage aber: Wir glauben an das, was uns offenbart wurde und euch offenbart wurde, und unser Gott und euer Gott ist Einer und Ihm unterwerfen wir uns.Ó (29:46)

Ein GefŠhrte des Heiligen Propheten berichtet:

ÒEin Trauerzug kam am Heiligen Propheten vorbei und er stand dafŸr auf. Die Leute sagten zu ihm: Es war die Beerdigung eines Juden. Er sagte: War es kein menschliches Leben?Ó (Bericht in Bukhari.)

15. — Die Menschheit im Allgemeinen:

ÒDie Menschheit ist eine einzige Nation.Ó (2:213)

ÒO Menschheit! Wir haben euch aus einem Mann und einer Frau erschaffen und euch zu StŠmmen und Familien gemacht, so dass ihr einander kennt. Gewiss sind die Edelsten von euch bei Allah die Pflichtgetreusten unter euch.Ó (49:13)

ÒWir (Allah) haben dich (O Mohammed) nur als eine Barmherzigkeit fŸr die Nationen gesandt.Ó (21:107)

ÒSprechet gute Worte zu allen Menschen.Ó (2:83)

ÒAllah befiehlt euch, dass É ihr, wenn ihr zwischen Menschen richtet (d.h. jeder Rasse, Religion, Familie, Klasse etc.) dann mit Gerechtigkeit richtet.Ó (4:58)


Anhang

Einige Fragen, die erst zutage traten, nachdem dieses Buch gedruckt wurde, beziehen sich auf das, was als Dschinn bekannt ist, werden in diesem Anhang beantwortet. Bitte lesen Sie diese in Zusammenhang mit dem Abschnitt Ÿber Engel.

1. Was sind Dschinnen?

Die Dschinnen, die im Heiligen Koran erwŠhnt werden, sind gewiss nicht die Dschinnen aus MŠrchen oder das, was Menschen sich fŸr gewšhnlich unter ihnen vorstellen. Das Wort bezeichnet ãetwas, das dem Blick verborgen istÒ, und es wird im Koran mit mehreren unterschiedlichen Bedeutungen verwendet, wobei es sich auf Menschen oder Wesen bezieht, die fern und nicht zu sehen sind.

Es wird auf AnfŸhrer angewendet, im Gegensatz zur gewšhnlichen …ffentlichkeit, und zu Menschen ferner LŠnder. Zum Beispiel sagt der Koran: ãO Versammlung von Dschinnen und Menschen, kam zu euch nicht ein Gesandter aus eurer MitteÉÒ (6:131).  Da Gesandte von Gott nur zu menschlichen Wesen kamen, sind die Dschinnen hier also auch Menschen, und die Anrede ÒDschinnen und MenschenÒ richtet sich an die AnfŸhrer und die gewšhnlichen Menschen. In Šhnlicher Weise, erwŠhnt der Koran zweimal einige Dschinnen, die seine Lehren annehmen (46:29; 72:1). Im ersten Fall ist ein Stamm der Juden gemeint und im zweiten Fall sind einige Christen gemeint, die wegen ihrer Abgeschiedenheit Dschinnen genannt werden.

Das Wort Dschinnen wird ebenfalls fŸr eine Art unsichtbare, nicht-kšrperliche Wesen verwendet, die niedere GelŸste im Geist einer Person hervorrufen. Dies steht im Kontrast zu den Engeln, die den Geist eines Menschen darauf richten, Gutes zu tun.

2. Also ziehen die Dschinnen (der zweiten Art) und die Engel den Geist eines Menschen in gegensŠtzliche Richtungen?

Ja, wenn du Ÿber Dschinnen in der zweiten vorgenannten Bedeutung redest. Der Heilige Prophet hat gesagt, dass jeder Mensch einen Dschinn und einen Engel hat, der mit ihm (oder ihr) in Verbindung steht. Der Heilige Prophet antwortete: ÒBei mir ist es dasselbe, aber Allah hat mir gegen meinen Dschinn geholfen, so dass er sich Gott unterworfen hat und mir nicht sagt, ich solle irgendetwas anderes tun als Gutes.Ó Also reprŠsentieren die Engel und die Dschinnen die entgegengesetzten KrŠfte, die einen Menschen zu Gut bzw. Bšse hinziehen. Wenn man den Drang, Schlechtes zu tun Ÿberwindet, verŠndert er sich zu einem Drang, Gutes zu tun.

Und so wie die Engel sind diese Dschinnen keine kšrperlichen Wesen und kšnnen daher weder gesehen noch mit dem physischen Sinn des Menschen gehšrt werden.

3. Es wird gesagt, dass der Teufel ein Engel war, der Gott ungehorsam war, indem er sich weigerte, sich Adam zu unterwerfen. Ist das wahr?

Engel haben keinen eigenen Willen, also stellt sich die Frage, ob ein Engel Gott nicht gehorcht, Ÿberhaupt nicht. Der Teufel wird an einer Stelle im Koran  eindeutig als Òeiner der DschinnenÓ beschrieben (18:50), also konnte er kein Engel sein.

Kurz gesagt sagt uns der Koran, dass Gott Adam das Wissen Ÿber alle Dinge gab und dann unterwarfen sich die Engel Adam, doch der Teufel weigerte sich, das zu tun und fŸhrte Adam und seine Frau in die Irre. Die Bedeutung ist, dass der Mensch wegen des Wissens, das er besitzt, die Natur unter seine Kontrolle bringen kann, aber er kann sich nicht kontrollieren, wenn es darum geht, Falsches zu tun. Daher sendet Gott die Offenbarung, um den Menschen in die Lage zu versetzen, den EinflŸsterungen des Teufels zu widerstehen.

4. Was meint der Koran, wenn er sagt, dass Gott die Dschinnen aus Feuer gemacht hat?

Das bezieht sich auf jene Menschen, die gegen Gott und das Gute rebellieren, indem sie den EinflŸsterungen der Dschinnen folgen. Wegen ihres rebellischen und arroganten Wesens und der Tatsache, dass ihre Herzen vom Feuer Ÿbler WŸnsche, Gier und Neid brennen, werden sie als aus Feuer gemacht beschrieben. €hnlich wird der Mensch  als aus ÒStaubÓ gemacht beschrieben, weil die wahre menschliche Natur bescheiden und gegenŸber Gott unterwŸrfig ist.

5. Also sind die im Koran erwŠhnten Dschinnen ganz anders als man sie sich im Allgemeinen vorstellt?

Das ist richtig. Der Heilige Koran und das Hadith stŸtzen nicht das gŠngige Bild von Dschinnen als Wesen, die Ÿbermenschliche Taten vollbringen, die in menschlicher Form erscheinen und sich in menschliche Angelegenheiten einmischen kšnnen, oder von denen Menschen ãbesessenÒ sein und krank gemacht werden kšnnen. Keine dieser Vorstellungen werden von islamischen Lehren akzeptiert.